Skip to main content

Dominick Cruz bleibt Weltmeister

Urijah Faber unterliegt in Bantamgewichtstitelkampf. Eine Legende geht KO, eine andere hat ihrer Karriere neues Leben eingehaucht. Hier findet ihr alle wesentlichen Informationen zu UFC 132 aus Las Vegas, Nevada.

Vor vier Jahren begann die Rivalität zwischen dem UFC Bantamgewichtsweltmeister Dominick Cruz und seinem Herausforderer Urijah Faber. Ihr Titelkampf bei UFC 132 hat daran nichts geändert, denn nun steht es zwischen den beiden Bantamgewichten unentschieden. Cruz ging in ihrem Rückkampf als einstimmiger Punktsieger hervor und revanchierte sich damit für die einzige Niederlage in seiner Karriere.

Es war ein spannender und sehr enger Kampf, den sich die beiden charismatischen WEC-Veteranen in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada lieferten. Das fünf Runden lange Duell stellte die Punktrichter vor eine Herausforderung: Sollten sie die Runden für Cruz werten, der viel häufiger mit seinen Schlägen und Tritten traf? Oder sollten sie sie für Faber werten, der mehr Wirkungstreffer erzielte? Takedowns gab es auf beiden Seiten, aber keiner der Kämpfer konnte den anderen länger als ein paar Sekunden auf der Matte halten.

Die erste Runde verlief weitestgehend ausgeglichen. Nachdem Faber Cruz kurzzeitig mit einem rechten Haken aus der Balance brachte, punktete Cruz mit seinen Links-Rechts-Kombinationen und mit seinen Lowkicks. Zudem traf er Faber mit einem kräftigen Aufwärtshaken. In der zweiten Runde tänzelte Cruz weiterhin leichtfüßig durch das Octagon, während er Faber mit dem Jab und mit harten Lowkicks zusetzte. Faber antwortete, indem er Cruz miz einer Rechten anklingelte.

In den weiteren Runden wiederholte sich dieses Bild: Viele Tritte und viele Schläge von Cruz fanden ihr Ziel, aber Faber hatte mehr Dampf hinter seiner Rechten, die Cruz einige Male in Bedrängnis brachte. Nach fünf actionreichen Runden würdigten die Punktrichter das immense Arbeitspensum von Cruz und sprachen ihm einstimmig den Sieg zu.

War das Comeback auch gleichzeitig das Ende der Karriere von Wanderlei Silva? Sechzehn Monate nach seinem Debüt in der Mittelgewichtsklasse kehrte der „Axtmörder“ aus Brasilien für einen Kampf gegen den „Ultimate Fighter 1“-Veteranen Chris Leben ins Octagon zurück. Silva ging von Beginn an aggressiv nach vorne, so wie man es von ihm gewohnt ist. Die PRIDE-Legende attackierte Leben mit einer wilden Schlagserie, doch der klingelte ihn mit einem linken Haken an. Silva marschierte unbeeindruckt weiter und suchte den Clinch, was Leben mit einigen linken Aufwärtshaken beantwortete. Silva ging zu Boden. Leben stürzte sich auf ihn und traf ihn noch weitere Male mit seiner Linken, ehe der Ringrichter dazwischen ging. Der größte Triumph von Lebens Karriere, und das in gerade einmal 27 Sekunden.

Der Mannheimer Dennis Siver feierte seinen vierten Sieg in Folge, doch der erforderte fünfzehn Minuten Schwerstarbeit von Deutschlands erfolgreichstem UFC-Kämpfer.

In der spannenden ersten Runde verteidigte sich Siver zunächst exzellent gegen Wimans Takedownversuche. Im Schlagabtausch konterte er ihn geschickt aus und setzte ihm zudem mit Tritten zu. Gegen Ende der Runde brachte er Wiman dann sogar zu Boden, doch er entschied sich, den Kampf lieber im Stand weiterzuführen. Nach einer Schlagkombination von Siver war Wiman wenige Sekunden vor Schluss dann doch noch mit einem Takedown erfolgreich.

Wiman begann die zweite Runde noch aggressiver als die erste – er wollte Siver um jeden Preis zu Boden bringen. Schließlich gelang ihm das mit einem Double-Leg-Takedown. Aus Sivers Guard heraus attackierte er mit Ellenbogenstößen. Einer davon verursache eine Platzwunde mitten auf Sivers Stirn. Der deutsche Kickboxer ließ sich jedoch weder von den Ellenbogenstößen noch von Wimans Hammerschlägen aus der Fassung bringen.

Die dritte Runde entwickelte sich zu der engsten Runde des Kampfes. Siver landete die besseren Treffer im Stand, aber Wiman punktete sowohl mit einem Takedown als auch mit einem Guillotine Choke.

Wiman richtete zwar in der zweiten Runde den größten Schaden an, in der ersten und dritten Runde traf Siver im Stand jedoch härter und häufiger. Demzufolge werteten die drei Punktrichter den Kampf jeweils mit 29-28 für den Deutschen.

Vier Jahre und drei Monate: So lange hatte Tito Ortiz nicht mehr gewonnen, als er bei UFC 132 zum Kampf gegen den „Ultimate Fighter 8“-Gewinner Ryan Bader antrat. Für Ortiz, der noch immer den UFC-Rekord für die meisten Halbschwergewichtstitelverteidigungen hält, stand viel auf dem Spiel. Eine Niederlage gegen Bader hätte für ihn die Entlassung aus der UFC bedeutet, und somit vermutlich auch sein Karriereende.

Ortiz und Bader tasteten sich zu Beginn mit einzelnen Schlägen und Lowkicks ab. Dann preschte Ortiz nach vorne und holt Bader mit einem kurzen rechten Haken von den Beinen. Er setzte mit Ground and Pound nach. Als Bader versuchte, wieder aufzustehen, nahm Ortiz ihn in den Guillotine Choke. Er ließ sich zurückfallen, zog die Schlinge zu und zwang Bader kurze Zeit später zur Aufgabe. Anschließend feierte der „Huntington Beach Bad Boy“ seinen erlösenden Sieg mit seiner berühmten „Totengräber“-Vorstellung.

Mit dem früheren WEC Weltergewichtschampion Carlos Condit und dem unbesiegten Südkoreaner Dong Hyun Kim standen sich zwei Kämpfer gegenüber, die mit einem Sieg einen riesigen Schritt in Richtung Weltmeisterschaftskampf machen konnten. Kim brachte Condit früh zu Boden, doch der führte schnell einen Sweep aus und landete in der Mountposition, von wo aus er auf einen Guillotine Choke hinarbeitete. Kim wehrte ab und es ging in den Stand zurück. Nach einem Frontkick kam Condit mit einem gesprungenen Kniestoß angeflogen. Kim ging schwer angeschlagen zu Boden. Condit setzte schnell mit Ground and Pound nach, bis der Ringrichter einschritt. Nach dem KO-Sieg gegen Dan Hardy im vergangenen Oktober ein weiterer hervorragender Sieg für Condit.

Condit war aber nicht der einzige Kämpfer, der sich bei UFC 132 für einen Weltmeisterschaftskampf empfahl. Melvin Guillard feierte gegen den ehemaligen WEC-Kämpfer Shane Roller erneut einen furiosen KO-Sieg und ist nun fünfmal in Folge ungeschlagen. Im Stand traf Guillard fast nach Belieben. Als Roller ihn mit einem linken Haken durchrüttelte, schien es, als würde sich das Blatt wenden. Doch Guillard antwortete mit einer Kombination aus Aufwärtshaken und linkem Haken, die Roller auf die Bretter schickte. Roller kämpfte sich wieder auf die Beine, nur um von einer Geraden niedergeschlagen zu werden. Guillard sprang hinterher und beendete den Kampf mit weiteren Schlägen.

Einen noch spektakuläreren KO-Sieg erzielte der Brasilianer Rafael dos Anjos gegen den Australier George Sotiropoulos. Nachdem sich die beiden Leichtgewichte eine Weile abgetastet hatten, schlug dos Anjos den „Ultimate Fighter 6“-Teilnehmer mit einem gewaltigen rechten Haken eiskalt KO.

Der frühere WEC Bantamgewichtschampion Brian Bowles feierte seinen zweiten Sieg in der UFC. Der Japaner Takeya Mizugaki gewann zwar die erste Runde ihres Kampfes mit Treffern durch Schläge und Lowkicks, doch Bowles wurde aber der zweiten Runde immer stärker. Er schlug Mizugaki nieder und arbeitete auf einen Rear Naked Choke hin, den er jedoch nicht durchziehen konnte. In der dritten Runde behielt Bowles im Stand die Kontrolle und sicherte sich so einen einstimmigen Punktsieg.

Aaron Simpson sorgte mit seinem einstimmigen Punktsieg für die erste Niederlage des „Ultimate Fighter 11“-Teilnehmers Brad Tavares.

Anthony Njokuani zeigte gegen den „Ultimate Fighter 9“-Finalisten Andre Winner eine Muay-Thai-Gala vom Feinsten. In der ersten Runde traf er den Engländer fast eine Minute lang mit Kniestößen und Schlagsalven, aber Winner bewies erstaunliche Nehmerqualitäten. Auch in der zweiten und dritten Runde dominierte Njokuani den Standkampf und durfte sich hinterher einen klaren einstimmigen Punktsieg abholen.

Die debütierenden Bantamgewichte Jeff Hougland und Donny Walker lieferten sich einen aufregenden Kampf über drei Runden, in dem es sowohl im Stand als auch auf dem Boden zur Sache ging. Hougland war in beiden Bereichen der bessere Kämpfer und gewann verdient nach Punkten.