Skip to main content

Werdum ist kein Jiu-Jitsu-Kämpfer mehr

Fabricio Werdum will sich am 8. Juni bei „UFC on Fuel TV 10“ für eine frühere Niederlage gegen Antonio Rodrigo Nogueira revanchieren.

Seit dem ersten Aufeinandertreffen von Fabricio Werdum und Antonio Rodrigo Nogueira ist viel Wasser den Amazonas heruntergeflossen. Als sie am 1. Juli 2006 bei einer PRIDE-Veranstaltung in Japan gegeneinander kämpften, war Werdum noch nicht der vielseitige Kämpfer, zu dem er später geworden ist. Damals besiegte Nogueira einen unerfahrenen und eindimensionalen „Vai Cavalo“ einstimmig nach Punkten.

„Bei unserem ersten Kampf war ich nur ein Jiu-Jitsu-Kämpfer“, sagt Werdum. „Seit diesem Kampf habe ich mich zu einem kompletten MMA-Kämpfer weiterentwickelt.“

Bereit für einen Titelkampf

Weniger als ein Jahr nach der Niederlage gegen Nogueira wechselte Werdum in die UFC. Nach vier Kämpfen machte er einen Abstecher zu Strikeforce, wo er dem legendären Fedor Emelianenko die erste Niederlage in zehn Jahren zufügte. Im Februar 2012 kehrte der 35 Jahre alte Brasilianer in die UFC zurück und besiegte seitdem Roy Nelson und Mike Russow.

„Ich hatte mich sehr auf meine Rückkehr in die UFC gefreut, und dieser Moment war sehr wichtig für mich, so dass ich viel dafür trainiert habe“, sagt Werdum. „Mein Muay Thai ist seit einer Weile sehr gut, aber ich hatte nie die Gelegenheit, das zu zeigen. Gegen Roy Nelson und gegen Mike Russow konnte ich meine Fähigkeiten beweisen. Ich zeigte der Welt, dass ich nicht nur auf dem Boden gut bin, sondern auch im Stand.“

Derzeit dominieren zwei Männer die Schwergewichtsklasse der UFC: Cain Velasquez und Junior Dos Santos. Das dritte Duell zwischen den beiden ist bereits in Planung. Geht es nach Werdum, würde er gerne auf den Sieger dieses Kampfes treffen, um nach elf Jahren im Sport endlich selbst einmal um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.

„Ich finde, dass ich zu den besten Schwergewichten der Welt gehöre“, sagt Werdum. „Ranglisten sind mir egal. Ich halte mich daran, was die Fans sagen – und die sagen, dass ich einer der fünf besten Kämpfer bin. Ich fühle mich bereit für einen Titelkampf. Aber wenn ich nach dem Sieg über Minotauro noch einen Sieg erkämpfen muss, werde ich auch das tun.“

Achtung statt Ächtung

Antonio Rodrigo Nogueira alias Minotauro, auf den Werdum am 8. Juni in ihrer Heimat trifft, ist einer der am meisten respektierten Kämpfer der Welt und genießt gerade in Brasilien sehr hohes Ansehen.

„Minotauro ist nicht nur einfach Minotauro“, sagt Werdum. „Er hat Geschichte geschrieben und er wird weiterhin Geschichte schreiben. Er ist nicht einfach nur einer von vielen. Er ist ein besonderer Kämpfer. Ein Sieg über ihn würde mir sehr viel bedeuten.“

Obwohl Werdum darauf brennt, sich für die Niederlage zu revanchieren, gibt es zwischen ihm und Nogueira keinerlei Feindseligkeiten. Die beiden Schwergewichte respektieren sich selbst noch nach den acht Wochen, die sie gemeinsam als rivalisierende Trainer der zweiten brasilianischen „Ultimate Fighter“-Staffel verbrachten.

„Ich habe schon öfters gehört, was für ein toller Mensch Minotauro sein soll, aber in diesen 50 Tagen konnte ich ihn erst richtig kennenlernen“, sagt Werdum. „Menschen wie ihn gibt es eigentlich nicht. Einmal litt ich backstage unter starken Hüftschmerzen, und er kam zu mir und bot mir die Hilfe seines Physiotherapeuten an. Was muss man über einen Menschen wie ihn noch sagen?“