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Warum UFC London ein Muss ist

 

Die Rückkehr von Anderson Silva ist einer dieser besonderen Momente, die es nur im Sport gibt.

Vergleicht es damit, Muhammad Ali live boxen zu sehen. Oder damit, Michael Jordan live einen Basketball dunken zu sehen. Oder unsere WM-Helden von 1954, 1974, 1990 und 2014 live spielen zu sehen. Eine Erfahrung, eine Geschichte, über die man noch Generationen später sprechen wird.

Silva, aktuell die Nummer 5 im Mittelgewicht, kämpft bei seiner Rückkehr gegen die Nummer 7, Michael Bisping – am 27. Februar im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in London.

Silva ist womöglich der beste MMA-Kämpfer, der je gelebt hat. Die „Spinne“ aus Brasilien hält in der UFC die Rekorde für die meisten vorzeitigen Siege (14) und die meisten Titelverteidigungen (10) sowie die längste Titelregentschaft (6 Jahre, 8 Monate, 22 Tage). 63,2 Prozent seiner Schläge brachte er ins Ziel und befindet sich damit auf dem dritten Platz in der ewigen Bestenliste der UFC.

Seine Karriere neigt sich ihrem Ende zu und bereits jetzt ist es eine der am meisten beeindruckenden Karrieren, die je ein Kampfsportler durchlaufen hat. Diesen Samstag kehrt Silva noch einmal zurück – und spricht bereits über die Möglichkeit eines weiteren Titelkampfes.

Was motiviert ihn?

„Ich freue mich sehr auf meine Rückkehr“, sagte Silva in der Sendung „UFC Battle Lines“. „Ich muss nichts mehr beweisen, aber es tut meinem Herzen gut. Es fordert meinen Geist heraus.“

Bispings Karriere steht in starkem Kontrast zu Silvas Karriere. Während seiner Profilaufbahn stand der „Count“ aus England bereits mehrere Male kurz vor einem Titelkampf, aber im entscheidenden Moment verlor er und verdiente sich damit nie den Status als Herausforderer Nummer 1.

„Ich stand in Titelausscheidungskämpfen und habe sie nicht gewonnen, das ist eine Tatsache“, sagte Bisping. „Aber ich bin immer noch hier. Ich arbeite immer noch hart an meinen Zielen und gebe niemals auf.“

In seinen 24 UFC-Kämpfen verlor Bisping nur gegen ehemalige und zukünftige Titelträger, wie Rashad Evans, Dan Henderson, Wanderlei Silva, Vitor Belfort und den amtierenden Weltmeister im Mittelgewicht, Luke Rockhold.

Bisping ist laufend gegen Kämpfer aus der Top 5 angetreten und fühlt sich nun bereit, endlich den Titelkampf zu erringen, auf den er all die Jahre hingearbeitet hat. Ein Sieg über Silva, einen der größten Kämpfer aller Zeiten, könnte genau das sein, was die UFC dazu bewegt, ihn zum Titelherausforderer zu erklären.
 

2. Mittelgewichtsveteranen wollen sich in der Top 10 hocharbeiten

Gegard Mousasi und Thales Leites hoffen, dass ihnen ein Sieg bei UFC London dazu verhilft, als nächstes wieder gegen einen Kämpfer aus der Top 5 der Mittelgewichtsklasse antreten zu können.

Mousasi, die Nummer 9 im Mittelgewicht, gewann Anfang 2015 zwei Kämpfe in Folge, unterlag dann aber Uriah Hall. UFC-Präsident Dana White sagte schon öfters, dass Mousasi einer der der Kämpfer sei, denen er am liebsten zusieht. Mit einem Sieg über Leites würde sich der Niederländer mit armenischen Wurzeln wieder dem Titelgeschehen nähern.

Leites erzielte fünf Siege hintereinander, ehe er Michael Bisping im Juli 2015 geteilt nach Punkten unterlag. In London will der Brasilianer gegen einen schwierigen Gegner eine neue Siegesserie starten, um sich in naher Zukunft eine zweite Titelchance zu verdienen – bei UFC 97 verlor er seinen einzigen Weltmeisterschaftskampf gegen Anderson Silva.

3. Die Nachwuchstalente Breese und Amirkhani

Tom Breese beeindruckte bei seinen ersten beiden Auftritten in der UFC, als er Cathal Pendred und Luiz Dutra in der ersten Runde durch technischen Knockout besiegte. Er hat eine perfekte Kampfbilanz von 9-0 und trifft in London auf den japanischen Veteranen Keita Nakamura.

Breese, der in Kanada bei TriStar trainiert, will die Fans in seiner Heimat England begeistern. Das gelingt ihm mit Sicherheit, denn seine bisherigen Kämpfe gingen alle nicht über die volle Zeit.

Makwan Amirkhani hat ebenfalls seine ersten beiden Kämpfe in der UFC in Runde eins gewonnen. In London kämpft er gegen den Engländer Mike Wilkinson, der zuletzt ein anderes skandinavisches Nachwuchstalent gestoppt hat: Niklas Bäckström.

Nach Wilkinsons KO-Sieg über Bäckström, Amirkhanis Trainingspartner, forderte „Mr. Finland“ den Engländer heraus – und damit begann ein Krieg der Worte, der bis heute andauert. Im Octagon wird Wilkinson versuchen, Amirkhanis rasanten Aufstieg zu bremsen und sich selbst als aufstrebenden Star zu positionieren.

Arnold Allen of England celebrates after submitting Alan Omer of Iraq in their featherweight bout during the UFC Fight Night event at the O2 World on June 20, 2015 in Berlin, Germany. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)

4. Allen steht vor einer großen Herausforderung

Der 22 Jahre junge Arnold Allen hat erst einen Kampf in der UFC bestritten, aber Fans und Experten gleichermaßen sehen großes Potential in dem Nachwuchstalent aus Ipswich, England.

Allen steht in London eine harte Probe bevor, denn sein Gegner Yaotzin Meza blickt auf die Erfahrung aus sechs UFC-Kämpfen zurück. Einzig der mehrfache Titelherausforderer Chad Mendes konnte Meza bislang vorzeitig besiegen.

Nachdem er kurzfristig zu seinem UFC-Debüt antrat, hat Allen nun die Chance zu beweisen, welche Leistung er nach einem kompletten Trainingslager zeigen kann.

David Teymur prepares to enter the Octagon before facing Johnny Nunez during the filming of The Ultimate Fighter: Team McGregor vs Team Faber at the UFC TUF Gym on August 11, 2015 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)

5. TUF-Rückblick

Die Schweden David Teymur und Martin Svensson, bei Staffel 22 von „The Ultimate Fighter“ noch Teamkollegen, stehen im Eröffnungskampf von UFC London.

Teymur war mit seinen beeindruckenden Techniken im Stand einer der spektakulären Teilnehmer von „TUF 22“, während Svensson durch unglaubliche Härte und Zähigkeit überzeugte. Die beiden Mitglieder von „Team McGregor“ werden den Abend sicherlich mit einem Knall eröffnen.