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Von Kampf zu Kampf hungriger

Am 28. Mai kämpft Frank Mir bei UFC 130 gegen Roy Nelson um die Vorherrschaft in Las Vegas. Der „TUF“-Sieger soll allerdings nur eine kurze Zwischenstation auf seinem Weg zur Schwergewichtsweltmeisterschaft sein.

Frank Mir, ein zweifacher Weltmeister in der UFC, will den Schwergewichtstitel zurückerobern. Deswegen war er etwas überrascht, als ihm das Kampfangebot für Roy Nelson auf den Tisch flatterte. Etwas zögerlich stimmte er zu, am 28. Mai bei UFC 130 gegen den „Ultimate Fighter 10“-Gewinner anzutreten.

„Zunächst war ich nicht sonderlich von diesem Kampf begeistert, denn Nelson hat seinen letzten Kampf gegen Dos Santos verloren, und ich hätte gerne gegen jemanden gekämpft, der mich mit einem Sieg weiter nach vorne bringen würde“, erzählt Mir. „Ein Sieg gegen Nelson bringt mich einem Titelkampf nicht näher. Als Kämpfer will man normalerweise immer gegen jemanden kämpfen, der über einem steht. Roy und ich befinden uns aber gerade auf etwa demselben Level.“

Auch wenn er im vergangenen August gegen Junior Dos Santos verloren hat, so gehört Nelson dennoch zu den besten Schwergewichten in der UFC. Nachdem er Brendan Schaub im Finale von The Ultimate Fighter 10 in der ersten Runde KO schlug, benötigte er letztes Jahr nur 39 Sekunden, um das holländische Nachwuchstalent Stefan Struve durch TKO zu besiegen.

„Nelson ist dann am gefährlichsten, wenn man vor ihm zurückweicht“, kommentiert Mir diese beiden Siege. „Er kann im Vorwärtsgang sehr gut angreifen. Also muss ich ebenfalls den Vorwärtsgang einlegen und ihn unter Druck setzen. Ich bin größer, stärker und schneller, deswegen gibt es für mich auch gar keinen Grund, vor ihm zurückzuweichen. Ich bin kräftiger als Dos Santos und kann härter schlagen.“

Dos Santos trieb Nelson bei UFC 117 drei Runden lang durch das Octagon, konnte den Mann mit dem kugelrunden Bauch aber trotz unzähliger Treffer nicht ins Wanken bringen – ein Beweis für dessen unglaubliche Nehmerqualitäten, die auch Mir anerkennt.

„Die Techniken, die Nelson einsetzt, sind schon sehr effektiv“, sagt der 32 Jahre alte Amerikaner. „Aber wenn man sich auf diese Techniken eingestellt hat, bleibt ihm nur noch seine Zähigkeit.  Allerdings glaube ich nicht, dass einer von uns beweisen will, was er für Nehmerqualitäten hat. Wenn Nelson einfach nur vor mir stehen und meine Schlagsalven kassieren will, dann soll er das tun.“

Mir, ein Schwarzgurt im Kenpo Karate und im brasilianischen Jiu-Jitsu, hat sich in den letzten Jahren zu einem kompletten Kämpfer entwickelt, den man auch im Stand sehr ernst nehmen muss. Im Dezember 2008 gelang ihm dank seiner Schlagkombinationen als erstem Kämpfer ein vorzeitiger Sieg gegen Antonio Rodrigo Nogueira. Ein Jahr später traf er den französischen Thaiboxer Cheick Kongo so hart, dass dieser fast durch das halbe Octagon flog. In seinem letzten Kampf, bei UFC 119 im vergangenen September, knockte Mir die kroatische Kickboxlegende Mirko Cro Cop in der dritten Runde mit einem Kniestoß aus. Wenn es nach Mir geht, ist bei seiner Entwicklung als Kämpfer noch lange kein Ende in Sicht.

„Ich werde von Kampf zu Kampf hungriger“, erzählt er. „Ich nehme mir vor, in jedem Kampf besser zu sein als im Kampf davor. Mich ständig als Kampfkünstler zu verbessern – das ist mein eigentliches Ziel.“