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UFC 124 Ergebnisse

Konnte Josh Koscheck die Dominanz des Weltmeisters Georges St. Pierre beenden? Behielten Charles Oliveira und Sean McCorkle ihre weiße Weste? Hier findet ihr alle wesentlichen Informationen zu der Veranstaltung aus Montreal, Kanada.

Mit den ständigen Sticheleien gegen den populären Weltmeister im Weltergewicht, Georges St. Pierre, machte sich Josh Koscheck in den vergangenen Wochen zum Staatsfeind Nummer eins in Kanada. So war es für niemanden überraschend, dass die Zuschauer im Bell Centre von Montreal den Herausforderer nicht gerade freundlich empfingen. Koscheck schien das zu genießen, er badete grinsend in den Buh- und Schmährufen. Als St. Pierre zum Octagon lief, stand die Halle hingegen Kopf. Der Frankokanadier hatte seinen Fans versprochen, den unbeliebten Amerikaner für seine Gehässigkeiten zu bestrafen – und genau das tat er dann auch fünf Runden lang.

Die erste Runde sollte für den weiteren Kampfverlauf die Richtung vorgeben. Koscheck lag bereits nach zwanzig Sekunden auf dem Rücken, stand aber sofort wieder auf. Anschließend nahm St. Pierre ihn mit seinem harten und pfeilschnellen Jab systematisch auseinander. St. Pierre hielt sich Koscheck mit dem Jab und knackigen Lowkicks zum Führungsbein vom Leib, um nicht in die Distanz für einen der gefährlichen rechten Schwinger von Koscheck zu geraten. Nach dieser ersten Runde war Koschecks rechts Auge vollkommen zugeschwollen.

Ihr erstes Aufeinandertreffen im August 2007 entschied St. Pierre zu seinen Gunsten, indem er seine ringerische Überlegenheit ausspielte. Dieses Mal wollte er den Kampf im Stand führen. Immer wieder traf er Koscheck mit seinem Jab, dem immer häufiger die rechte Gerade oder ein linker Haken folgte. In der Pause zwischen der dritten und der vierten Runde untersuchte der Ringarzt Koscheck. Der Herausforderer wollte unbedingt weiterkämpfen. In den letzten beiden Runden brachte St. Pierre Koscheck kurzzeitig zu Boden und bewies damit, dass er auch drei Jahre später noch der bessere Ringer ist. Im Stand punktete er weiterhin mit seinen Schlägen, während Koscheck kaum einen Treffer landete.

Nach den fünf Runden werteten alle drei Punktrichter für St. Pierre. Der alte und neue Weltmeister im Weltergewicht verteidigte seinen Titel zum fünften Mal hintereinander. St. Pierre gab in diesen Kämpfen keine einzige Runde ab.

Nicht nur Koscheck, auch das in zehn Kämpfen ungeschlagene Schwergewicht Sean McCorkle machte in den letzten Wochen mit Sprüchen gegen seinen Gegner auf sich aufmerksam. Allerdings nicht im Fernsehen, sondern im Internet. Der junge Stefan Struve hielt sich mit Kommentaren zurück und versprach, seine Antwort im Octagon zu geben.

Der für seine Startschwierigkeiten bekannte Holländer fand auch gegen McCorkle nicht gut in den Kampf. McCorkle warf ihn in hohem Bogen auf den Boden und arbeitete auf einen Kimura hin. Struve verteidigte sich, musste danach jedoch einige Schläge einstecken. Dann holte er sich McCorkle in seine Guard und führte einen Kimura-Sweep aus. Struve landete in der Mountposition und beendete den Kampf und das Sprücheklopfen kurz darauf mit hartem Ground and Pound.

Jim Miller war vor UFC 124 das am meisten unterschätzte Leichtgewicht in der UFC. Seit gestern ist er das garantiert nicht mehr. Miller beförderte seinen Gegner, den hoch gehandelten und in vierzehn Kämpfen ungeschlagenen Charles Oliveira, auf die Matte. Er verteidigte sich gegen einen Triangle Choke und einen Armhebel, dann sprengte er Oliveiras Guard, packte dessen Bein und setzte einen Kniehebel an. Oliveira klopfte umgehend ab. Für den jungen Brasilianer war es die erste Niederlage in seiner Karriere. Miller erhöhte derweil seine Kampfbilanz in der UFC auf 8-1.

Auch der zweite Leichtgewichtskampf im Hauptprogramm war nach weniger als zwei Minuten beendet. Die „Ultimate Fighter“-Sieger Joe Stevenson und Mac Danzig tauschten in der Anfangsphase Schläge im Stand aus. Stevenson rüttelte Danzig mit einem rechten Schwinger durch und raste auf ihn zu, um den Kampf zu beenden. Doch Danzig konterte mit einer Linken und Stevenson fiel mit dem Gesicht voraus auf den Boden. Danzig ließ noch zwei weitere Schläge folgen, die den Ringrichter dazu bewegten, dazwischen zu gehen.

Der schlagkräftige John Howard wollte sich mit dem ehemaligen Weltergewichtstitelherausforderer Thiago Alves eine Muay-Thai-Gala liefern. Der Brasilianer war jedoch der einzige, der eine Galavorstellung hinlegte. Mit brutalen Lowkicks, vielseitigen Schlagkombinationen und Kniestößen aus dem Clinch zerpflückte Alves seinen Gegner. Obwohl Howard mehrfach durchgerüttelt und sogar niedergeschlagen wurde, gab er nicht auf, sondern stand weiter vor Alves, der nach drei Runden einen ungefährdeten einstimmigen Punktsieg einfuhr.

Dan Miller, der ältere Bruder von Jim, besiegte den Kanadier Joe Doerksen. Miller brachte Doerksen mehrfach zu Boden und arbeitete mit Schlägen aus Ellenbogenstößen aus der Guard. Doerksen ließ sich von Miller kontrollieren und verpasste es, sich mit Aufgabegriffe zur Wehr zu setzen. Nach den drei Runden stimmten allerdings nur zwei Punktrichter für Miller, der dritte sah Doerksen vor.

Im Duell zweier BJJ-Schwarzgurte setzte sich der Kanadier Mark Bocek gegen Dustin Hazelett durch. Bocek brachte Hazelett zu Boden und verteidigte sich gegen dessen Angriffe aus der Rubber Guard. Dann passierte er in die Mountposition, von wo aus er einen Triangle Choke ansetzte. Hazelett versuchte sich noch zu befreien, aber Bocek ließ sich den Aufgabesieg nicht mehr nehmen.

Im Vorprogramm hatten zwei kurzfristig eingesprungene Kanadier die Möglichkeit, sich in der UFC auf Anhieb einen Namen zu machen. Genutzt hat sie jedoch nur einer: der Veteran Sean Pierson. Das Weltergewicht debütierte bereits im Jahr 1999, trat aber im Jahr 2003 zurück. Vier Jahre später gab er sein Comeback. Nach fünf Siegen in Folge verpflichtete die UFC ihn für UFC 124, um gegen den „TUF 7“-Teilnehmer Matt Riddle zu kämpfen. Pierson dominierte den Kampf mit Schlagkombinationen im Stand und kräftigem Ground and Pound auf dem Boden. Riddle schwang zwar kräftig die Fäuste, aber Pierson war einfach präziser mit seinen Schlägen. Der einstimmige Punktsieg für ihn war eine deutliche Angelegenheit.

Jesse Bongfeldt hat sein UFC-Debüt zwar nicht verloren, besonders überzeugen konnte er jedoch nicht. Gegen den Brasilianer Rafael Natal gab der Kanadier die ersten beiden Runden ab, da er sich nur ungenügend gegen dessen Takedowns und Bodenkontrolle wehren konnte. In der dritten Runde kam Bongfeld noch einmal zurück und beendete den Kampf beinahe mit seinem Ground and Pound. Für den Sieg reichte es nicht mehr, aber die Punktrichter werteten den Kampf immerhin Unentschieden.

Ricardo Almeida war der zweite Brasilianer, der seine Auseinandersetzung mit Takedowns und Bodenkontrolle gewinnen konnte. Almeida konnte seinen kanadischen Gegner TJ Grant nicht zur Aufgabe zwingen oder mit Schlägen aus der Oberlage gefährden, aber es reichte für den einstimmigen Punktsieg aus.

Der debütierende Kanadier John Makdessi gewann den Eröffnungskampf gegen Pat Audinwood einstimmig nach Punkten. Makdessi zerlegte Audinwood drei Runden lang im Stand mit variablen Schlagkombinationen und Kicks.