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UFC 117 Ergebnisse

Hat Anderson Silva seinen Mittelgewichtstitel auch gegen den lautstarken
Chael Sonnen verteidigen können? Wer ist der nächste
Titelherausforderer im Schwergewicht – Roy Nelson oder Junior Dos
Santos? Wer ist das zweitbeste Weltergewicht in der UFC – Thiago Alves
oder Jon Fitch? Besiegte Matt Hughes mit Ricardo Almeida den dritten
Gracie-Anhänger hintereinander? Hier findet ihre alle wesentlichen
Informationen zu UFC 117 aus Oakland, Kalifornien.

Chael Sonnen hat alles eingehalten, was er in den Monaten vor seinem Mittelgewichtstitelkampf gegen Anderson Silva säbelrasselnd angekündigt hat – und sogar noch mehr. Er hat den Champion in einen echten Kampf verwickelt, er hat ihn angeklingelt, auf den Boden geworfen und viereinhalb Runden lang mit heftigem Ground and Pound verhauen. Zum Sieg hat es dennoch nicht gereicht. Silva setzte, vier Runden in Rückstand, zwei Minuten vor Schluss zum Triangle Choke an, den er mit einem Armhebel verstärkte, was Sonnen schließlich zur Aufgabe brachte.

Selbst in den kurzen Phasen, in denen der Kampf im Stand ausgefochten wurde, brachte Sonnen den Brasilianer in Bedrängnis. Gleich in der ersten Runde rüttelte er Silva zweimal mit seiner Rechten durch. Der wiederum setzte sich vor allem mit harten Tritten zum Körper und den Beinen zur Wehr. Außer einem Kimura- und einem Fußhebel-Versuch in Runde zwei wusste Silva viereinhalb Runden keine Antwort auf die konstanten Schläge mit den Fäusten und Ellenbogen. So viel Prügel hat er in seiner gesamten Karriere nicht einstecken müssen. Eine Unachtsamkeit Sonnens ermöglichte ihm dann seine siebte Titelverteidigung.

Auch wenn es letzten Endes nicht ganz zum Sieg gereicht hat, so hat Chael Sonnen dennoch seinen großspurigen Worten genug Taten folgen lassen. Anderson Silva hingegen hat gezeigt, warum er als einer der besten Kämpfer der Welt gilt: Selbst unter widrigsten Bedingungen gibt er nicht auf, kämpft eisern bis zum Schluss und findet irgendwie doch noch einen Weg zu siegen.

Jon Fitch tat im Rückkampf gegen Thiago Alves, was Jon Fitch immer tut und kontrollierte ihn drei Runden lang, um zum fünften Mal seit seiner Niederlage im Weltergewichtstitelkampf gegen Georges St. Pierre einen einstimmigen Punktsieg einzufahren. Fitch ließ sich von Alves, dem die erhebliche Gewichtsabnahme vor dem offiziellen Wiegen sichtlich die Kräfte genommen hatte, im Stand nicht überrumpeln und verkürzte immer wieder die Distanz, um in den Clinch zu gehen. Von dort aus zerrte er Alves zu Boden und dominierte das Positionsspiel. Gefährlich werden konnte er dem Brasilianer zwar nicht, doch reichte Fitchs Kontrolle für den klaren Punktsieg aus.

Eine Kieferverletzung brachte Rafael dos Anjos um den voraussichtlichen Punktsieg gegen das Energiebündel Clay Guida. Dos Anjos punktete im Stand mit Lowkicks und Schlagkombinationen, hinsichtlich Takedowns stand es 1:1 unentschieden. In Runde drei gelang Guida nach einem rechten Haken ein Takedown in die Half Guard. Guida presste dos Anjos seine Schulter ins Gesicht, woraufhin der Brasilianer aufgab. Es stellte sich daraufhin heraus, dass sich dos Anjos im ersten Durchgang eine Kieferverletzung zugezogen hatte.

Der zweimalige UFC Weltergewichtschampion Matt Hughes zeigte im Kampf gegen BJJ-Schwarzgurt Ricardo Almeida, dass es definitiv noch zu früh ist, um sich über einen etwaigen Rücktritt Gedanken zu machen. Nach einer Abtastphase im Stand, die von Almeida geführt wurde, schlug Hughes ihn mit einem linken Haken nieder. Hughes stürmte auf Almeida zu und nahm ihn in einen Front Headlock. Den mutierte Hughes zu einem modifizierten Anaconda Choke, in dem Almeida kurze Zeit später einschlief.

Roy Nelson war der erwartet harte Test für den aufstrebenden Junior Dos Santos. Drei Runden lang warf der Brasilianer dem pummeligen Gewinner der zehnten Staffel von The Ultimate Fighter im Stand alles entgegen, was er hatte, doch es war nicht genug, um den anscheinend mit einem Eisenschädel gesegneten Nelson kleinzukriegen. Die schnellen Boxkombinationen von Dos Santos rüttelten Nelson durch und brachten ihn ins Taumeln, aber er marschierte dennoch weiter vorwärts. Dos Santos attackierte den Körper mit Schlägen und Kniestößen und brachte seinen gefürchteten Aufwärtshaken mehrfach ins Ziel. Sämtliche Takedownversuche Nelsons scheiterten an der großartigen Verteidigung des jungen Brasilianers. Nelson gelangen zwar auch einige gute Treffer, insbesondere mit seinem rechten Schwinger, doch jeder Treffer wurde ihm mit fünfmal so vielen Schlägen heimgezahlt. Der einstimmige Punktsieg hätte deutlicher kaum ausfallen können. Seine Glanzleistung brachte Dos Santos einen Schwergewichtstitelkampf gegen den Sieger des Duells zwischen dem Champion Brock Lesnar und dem amtierenden Herausforderer Cain Velasquez ein.

Dustin Hazelett, der nach siebenmonatiger Verletzungspause zurückkehrte, war der Ringrost im Kampf gegen Rick Story deutlich anzumerken. Nachdem es Story gelang, ihn auf die Matte zu verfrachten, wehrte er alle Aufgabegriffversuche Hazeletts ab und arbeitete mit Ground and Pound. Zu Beginn der zweiten Runde schlug Story Hazelett mit einer Schlagkombination nieder und beendete den Kampf anschließend mit weiteren Schlägen auf dem Boden.

Phil Davis, der kurzfristig für den verletzten Stanislav Nedkov eingesprungen war, erkämpfte sich gegen Rodney Wallace seinen siebten Sieg im siebten Kampf. Der Ausnahmeringer holte sich Takedown um Takedown, kontrollierte Wallace am Boden und setzte ihm mit Ground and Pound zu. Nur die Aufgabegriffe wollten ihm einfach nicht gelungen. So blieb ihm nach drei Runden „nur“ der einstimmige Punktsieg.

Johny Hendricks, ein weiterer Ausnahmeringer, behielt ebenfalls seine weiße Weste. Gegen Charlie Brenneman erhöhte er nach einer verpennten ersten Runde seine Kampfbilanz auf 9-0, indem er ihn in Runde zwei mit seiner Linken niederschlug und den Ringrichter mit den nachfolgenden Schlägen zum Kampfabbruch bewegte.

Stefan Struve feierte gegen den debütierenden Hünen Christian Morecraft wie schon bei UFC 99 einen dramatischen Comebacksieg. Morecraft hatte Struve in der ersten Runde kurz vor dem TKO, nachdem er ihn auf den Boden geworfen und mit harten Schlägen eingedeckt hatte. Doch der junge Holländer erwies sich als sehr zäh und brach nicht einmal ein, als Morecraft die Mountposition einnahm. In der Pause zur zweiten Runde untersuchte der Ringarzt Struves stark angeschwollene Lippe, ließ ihn aber weiterkämpfen. Die richtige Entscheidung, wie sich kurz darauf herausstellte. Im offenen Schlagabtausch schickte Struve Morecraft mit einer Rechts-Links-Kombination auf die Bretter und beendete den Kampf mit weiteren Schlägen.

Tim Boetsch setzte sich gegen den kurzfristig für den verletzten Thiago Silva eingesprungenen Debütanten Todd Brown einstimmig nach Punkten durch. Dasselbe gelang dem Veteranen Dennis Hallman gegen den „TUF 6“-Teilnehmer Ben Saunders.