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TUF 17: Furcht einflößender Hall gegen jungen Gastelum

Uriah Hall und Kelvin Gastelum bestreiten am 13. April den Finalkampf von „The Ultimate Fighter 17“.

Das Vokabular von UFC-Präsident Dana White kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, den „Ultimate Fighter 17“-Finalisten Uriah Hall zu beschreiben. Für ihn ist er der „am meisten Furcht einflößende Teilnehmer“ in der Geschichte der Reality-Show „The Ultimate Fighter“. White nennt Hall abwechselnd „fies“, „fürchterlich“, „martialisch“, „unbarmherzig“ und „rabiat“ – und meint das positiv. Kein anderer Teilnehmer hat bislang eine solche Schneise der Verwüstung hinterlassen wie Hall.

„Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben“, sagt Hall über seine Teilnahme. „Und ich kann mit Stolz zurückblicken und sagen: Ich habe alles richtig gemacht.“

Und wie er das gemacht hat: Im Achtelfinale knockte Hall den Kickboxer Adam Cella mit einem Spinning-Hook-Kick aus – einer der sensationellsten Knockouts seit Bestehen der UFC. Im Viertelfinale schaltete Hall einen der Favoriten auf den Gesamtsieg, Robert „Bubba“ McDaniel, in acht Sekunden aus – der schnellste Knockout in der Geschichte von TUF. Im Halbfinale setzte Hall dem Australier Dylan Andrews aus der Unterlage mit Faustschlägen so schwer zu, dass der Ringrichter den Kampf abbrechen musste.

10% Tekken, 90% Kopf

Mit seiner Technik, seiner Präzision, seiner Schnelligkeit und seinem Timing erinnert Hall an den Mittelgewichtsweltmeister Anderson Silva. Insbesondere seine Tritte haben Hall viele neue Fans beschert. Diese Techniken begleiten ihn seit seinen Anfängen im MMA-Sport.

„Vom ersten Tag an war man von meinen Kicks beeindruckt“, erzählt Hall. „Alle fragten mich, wo ich bislang trainiert hatte. Ich sagte, ich hätte vorher noch nie trainiert. Es war mir peinlich, zugeben zu müssen, dass ich den ganzen Tag lang nur Tekken gespielt und mir dort die Techniken abgeschaut habe. Immer wenn ich in dem Spiel eine coole Technik sah, übte ich sie so lange, bis ich sie im Sparring einsetzen konnte.“

Unter der Obhut seines Trainers Chael Sonnen zeigte Hall konstant starke Leistungen. Im Octagon wird der ruhige und nachdenkliche Jamaikaner zum eiskalten Killer. Das hat er nicht zuletzt auch Sonnen zu verdanken, der ihn in Einzelgesprächen immer wieder psychisch auf die bevorstehenden Kämpfe eingestellt hat.

„Um ehrlich zu sein, wollte ich in das Team von Jon Jones, denn er kämpft ähnlich wie ich“, sagt Hall. „Aber jetzt, wo alles vorbei ist, bin ich sehr glücklich, im Team von Chael gewesen zu sein. Er hat mir genau das gegeben, was ich gebraucht habe. Er hat mich mental stärker gemacht. 90% eines Kampfes ist Kopfsache.“

Nun wartet der Senkrechtstarter Kelvin Gastelum

Im Finale trifft Hall am Samstag auf den unbesiegten Ringer Kelvin Gastelum, den jüngsten Teilnehmer in der Geschichte von TUF. Der 21 Jahre junge Kalifornier wurde von Chael Sonnen als letzter für sein Team gewählt, durchlief im Laufe der Staffel jedoch die größte Entwicklung.

„Diese ganze Erfahrung namens ‚The Ultimate Fighter‘ war großartig“, sagt Gastelum. „Für mich hätte es nicht besser laufen können.“

Gastelum zwang im Achtelfinale den haushohen Favoriten Robert McDaniel mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe. Im Viertelfinale schlug er Collin Hart KO. Im Halbfinale besiegte er Josh Samman, ebenfalls ein großer Favorit auf den Gesamtsieg, mit einem Rear Naked Choke.

Zu Beginn der Staffel hätte kaum jemand gedacht, dass sich der junge und unerfahrene Gastelum bis ins Finale vorkämpfen würde – geschweige denn, dass er das Potential hätte, es zu gewinnen. Nur einer hat immer an ihn geglaubt: er selbst. Vor dem Finale am 13. April ist das nicht anders.

„Ich sage mir immer wieder: Es gibt keine Möglichkeit, wie dieser Typ, der mir gegenübersteht, mich besiegen kann“, sagt Gastelum. „Auch Uriah Hall hat keine Möglichkeit, mich zu besiegen.“