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Texas erwartet eine rot-weiß-blaue Tracht Prügel

Chael Sonnen und Brian Stann verstehen sich überraschenderweise sehr gut. Am 8. Oktober müssen sie ihre Freundschaft jedoch für fünfzehn Minuten beiseitelegen, denn dann trafen sie bei UFC 136 in Houston, Texas aufeinander.

Der größte Sprücheklopfer der UFC ist wieder zurück, doch vor seinem Kampf gegen Brian Stann schlägt Chael Sonnen ungewohnt leise Töne an. Stann gehört zu dem einen Prozent der Kämpfer, die Sonnen tatsächlich schätzt und respektiert. Viel mehr noch, er bezeichnet Stann als einen Freund – einen Freund, mit dem er sogar zwei Wochen lang trainierte, ehe die UFC den Kampf zwischen ihnen ansetzte.

„Ich konnte nicht schlafen, es hat mich verrückt gemacht“, erinnert sich Sonnen. „Bevor die Verträge unterzeichnet wurden, fragte ich Brian, wie wir damit umgehen sollten. Er antwortete: ‚Chael, verglichen mit all den Dingen, die heutzutage auf der Welt so vor sich gehen, ist das keine große Sache.‘ Genau darum ist er ein Anführer.“

Sonnen kämpfte zuletzt gegen einen Mann, den er weder schätzt noch respektiert: den amtierenden Weltmeister im Mittelgewicht, Anderson Silva. Viereinhalb Runden brachte Sonnen den Brasilianer nach Belieben zu Boden und richtete mit seinem Ground and Pound Schaden an. Kurz vor Schluss zwang Silva ihn jedoch mit einem Triangle Choke zur Aufgabe.

„In irgendeinem Paralleluniversum schlägt man jemandem 300-mal ins Gesicht und dieser jemand schlingt einem seine Beine für acht Sekunden um den Kopf und wird zum Sieger erklärt“, sagt der 34 Jahre alte Hobbypolitiker. „Er kann seinen Titel haben, aber Fakt ist: Ich bin der Beste. Ich war vor diesem Kampf der Beste und ich bin auch heute noch der Beste.“

Dieser Kampf ist weit über ein Jahr her. Seit dem August 2010 stand Sonnen nicht mehr im Octagon, nachdem ein Dopingtest fragwürdige Ergebnisse lieferte, die erst noch erklärt werden mussten. Als seine Rückkehr anstand, lehnten viele einen Kampf gegen den zähen Ringer ab – nicht jedoch der 31 Jahre alte Irakkriegsveteran Stann, dessen Zusage nicht ohne Hintergedanken geschah.

„Ich kämpfe gegen das zweitbeste Mittelgewicht der Welt, weil sonst niemand gegen ihn kämpfen wollte“, erzählt Stann. „Egal welche Beziehung wir außerhalb des Octagons haben, die Tatsache ist, dass er die Nummer zwei ist. Wenn ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will, muss ich ihn besiegen. In unserem großen Lebensplan spielt dieser Kampf nur eine untergeordnete Rolle. Das gilt eigentlich für jeden unserer Kämpfe. Wir werden uns professionell verhalten und uns eine harte Schlacht liefern, bei der die Fans in Houston, Texas voll auf ihre Kosten kommen werden.“

Seit seinem Wechsel ins Mittelgewicht im vergangenen Jahr ist Stann in drei Kämpfen ungeschlagen. Er besiegte Mike Massenzio, Chris Leben und Jorge Santiago vorzeitig und zeigte sich dabei im Stand wie auf dem Boden gleichermaßen versiert.

„Er ist ein richtiger Kämpfer und ein amerikanischer Held“, sagt Sonnen über Stann. „Nichts was ich tue wird ihn beunruhigen. Aber am 8. Oktober werden die Fans eine rot-weiß-blaue Tracht Prügel sehen. Ich weiß nicht, ob ich sie verabreicht bekomme oder sie selbst verabreiche. Er kann viel härter schlagen als ich, aber ich schlage auch hart. Er kann viel härter treten als ich, aber ich trete auch hart. Er kann mir schwer zusetzen, ich kann ihm schwer zusetzen. Er kann mich besiegen, aber ich kann auch ihn besiegen. Darauf kommt es an. Wir werden gegeneinander kämpfen und mit dem Ergebnis leben.“