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Shogun und Dan Henderson begleichen eine alte Rechnung

Jahrelang standen sie im Ring von PRIDE, doch gegeneinander gekämpft haben sie nicht. Am 19. November holen Mauricio „Shogun“ Rua und Dan Henderson bei UFC 139 einen Kampf nach, den sich die Fans seit langer Zeit wünschen.

Zwei der populärsten Kämpfer, die in der japanischen Organisation PRIDE antraten, treffen sich Jahre später im Octagon wieder: Dan Henderson und Mauricio „Shogun“ Rua kämpften vier Jahre lang in Japan in derselben Gewichtsklasse, doch zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es nie.

Und das, obwohl es eine Hintergrundgeschichte dazu gibt: Henderson besiegt im Jahr 2001 Murilo „Ninja“ Rua, Shoguns älteren Brüder, in einem harten Kampf knapp nach Punkten, noch bevor Shogun sein Profidebüt gab. Am 19. November hat er bei UFC 139 die Gelegenheit, die Niederlage seines Bruders zu vergelten.

„Seit unserer Zeit bei PRIDE wollen die Fans diesen Kampf sehen“, sagt Henderson. „Jetzt haben sie endlich die Gelegenheit dazu. Shogun und ich wussten, dass wir irgendwann gegeneinander kämpfen würden, aber es kam leider nie dazu.“

Für Rua ist der Auftritt bei UFC 139 der zweite Kampf, nachdem er im März den Weltmeisterschaftstitel im Halbschwergewicht an Jon Jones verlor – im August schlug er den früheren Weltmeister Forrest Griffin in seiner Heimat Brasilien in der ersten Runde KO. Mit einem weiteren eindrucksvollen Sieg würde er sich in eine günstige Ausgangslage im Rennen um eine baldmögliche Titelchance bringen.

„Mein größter Traum ist es, den Gürtel zurückzugewinnen“, erzählt der 29 Jahre alte Brasilianer. „Aber gerade konzentriere ich mich nur darauf, Henderson zu besiegen. Das ist ein großer Kampf für mich. Ich bewundere und respektiere ihn sehr. Er kämpft schon seit sehr langer Zeit an der Spitze mit. Mir gefallen seine Kämpfe.“

Vielleicht gefallen sie Rua auch deshalb, weil sie immer spektakulär enden. In seinen letzten drei Kämpfen erzielte Henderson mit seiner gefürchteten Rechten drei fantastische KO-Siege, zuletzt sogar im Schwergewicht gegen Fedor Emelianenko, der als einer der besten MMA-Kämpfer aller Zeiten gilt. Und im Juli 2009 gelang dem 41 Jahre alten Kalifornier bei UFC 100 gegen Michael Bisping ein KO, der noch etliche Jahre in sämtlichen Highlightvideos zu sehen sein wird.

„In jedem meiner Kämpfe habe ich die Möglichkeit, ihn mit einem einzigen Schlag zu beenden“, sagt Henderson. „Es geht nur darum, die Power zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen. Das gelingt mir immer besser. Ich glaube, dass ich Shogun KO schlagen werde.“

Henderson ist aber nicht der einzige, der ein vorzeitiges Ende prophezeit. Rua wäre gerne der erste Kämpfer, der Henderson, welcher bislang nur durch Aufgabe oder nach Punkten verloren hat, schlafen schickt.

„Ich gehe in meinen Kämpfen gerne aggressiv nach vorne“, sagt Rua. „So habe ich das Kämpfen gelernt. Es ist ein aufregender Kampfstil, den die Fans lieben. Aber wichtiger ist, dass ich so am besten kämpfe. Ich hoffe, dass ich der erste Kämpfer bin, der Henderson KO schlägt. Er hat schon gegen viele harte Gegner gekämpft und wurde schon häufig getroffen – und nie ging er KO. Allerdings vertraue ich auf mein Können.“

Ruas Können besteht nicht nur aus kräftigen Schlagkombinationen und hartem Ground and Pound, er ist auch ein ausgezeichneter Thaiboxer, der mit Vorliebe Kicks zum Körper und Kniestöße aus dem Clinch einsetzt. Er hat acht Gliedmaßen, mit denen er Henderson an diesem Samstag attackieren kann – aber reicht das, um sein Vorhaben umzusetzen und Henderson auszuknocken?

„Eine Niederlage ist eine Niederlage, egal ob durch KO oder nach Punkten“, meint Henderson. „Ich habe das Glück, noch nie KO gegangen zu sein. Vielleicht haben meine Gegner einfach noch nicht den Ausschaltknopf bei mir gefunden. Ich wünsche Shogun jedenfalls viel Glück bei der Suche…“