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Rockhold kündigt Wachablösung an

Der ehemalige Strikeforce-Titelträger Luke Rockhold debütiert am 18. Mai bei „UFC on FX 8“ gegen Vitor Belfort.

Die Geschichte von Luke Rockhold beginnt wie die Geschichte vieler UFC-Kämpfer. In seiner Jugend verfolgte er die UFC als Fan – das erste MMA-Training absolvierte er erst, als ihn ein Freund in eine MMA-Schule mitnahm. Und das war nicht irgendeine MMA-Schule, sondern die American Kickboxing Academy in San Jose, Kalifornien: Heimat von UFC-Stars wie Cain Velasquez, Josh Koscheck, Mike Swick und Jon Fitch.

„Nach meiner allerersten Trainingseinheit sagte einer der Trainer zu mir: Luke, bleib am Ball, du hast das Potential, eines Tages die Weltmeisterschaft zu gewinnen“, erzählt Rockhold.

Der 28 Jahre alte Kalifornier entwickelte sich so schnell zum kompletten MMA-Kämpfer, dass Strikeforce ihn bereits sieben Monate nach seinem Profidebüt verpflichtete. Im September 2011 gewann er den Mittelgewichtstitel der Organisation mit einem Sieg über Ronaldo „Jacaré“ Souza, dann verteidigte er ihn gegen Keith Jardine und Tim Kennedy. Am 18. Mai debütiert Rockold bei „UFC on FX 8“ endlich im Octagon: direkt gegen einen ehemaligen Weltmeister, den Brasilianer Vitor Belfort.

„Ich habe diesen Kampf gefordert“, sagt Rockhold. „Vitor ist sehr bekannt und respektiert, mit Abstand der gefährlichste Gegner meiner Karriere. Wenn ich ihn in Brasilien vor seinen eigenen Fans besiege, verschafft mir das auf Anhieb Anerkennung. Ich freue mich auf diese Gelegenheit und auf diese Herausforderung. Ich habe die besten Kämpfer der Welt kämpfen sehen und bin davon überzeugt, sie alle besiegen zu können. Ich respektiere jeden einzelnen von ihnen, aber ich will die Nr. 1 der Welt werden – und das geht nur, wenn ich Kämpfer wie Vitor besiege.“

Keine Scheu vor Belforts Schlagkraft

Bislang haben Rockholds Strikeforce-Kollegen in der UFC einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Umso größer sind die Erwartungen an den letzten Mittelgewichtstitelträger der Organisation. Obwohl er ein Spezialist für den Bodenkampf ist, plant Rockhold, am Samstag die Auseinandersetzung im Stand zu suchen.

„Ich will den Fans einen aufregenden und energiegeladenen Kampf zeigen“, sagt Rockhold. „Ich denke, dass ich Vitor ihn allen Bereichen schlagen kann. Wichtig ist, dass ich meine Reichweite nutze und aus einer Kickboxdistanz kämpfe. Ich werde mich nicht auf einen reinen Boxkampf einlassen – das wäre dumm.“

Rockholds kämpferisches Fundament basiert auf Judo, Ringen und brasilianischem Jiu-Jitsu. Wird er im Stand mit Problemen konfrontiert, bleibt dem zweifachen BJJ-Weltmeister (als Blaugurt und Lilagurt) immer noch ein Duell auf der Matte.

„Wenn es auf den Boden geht, sind wir in meiner Welt“, sagt Rockhold, der sechs seiner Siege durch Aufgabe erzielte. „Ich weiß, dass er seit vielen Jahren den schwarzen Gürtel hat, aber schwarze Gürtel bedeuten im MMA-Sport rein gar nichts.“

Zeit für etwas Neues

UFC-Kämpfer haben bisweilen so lange Karrieren, dass es jungen Sportlern möglich ist, gegen ihre einstigen Idole anzutreten. Das ist auch bei Rockhold und Belfort der Fall. Belfort ist nur acht Jahre älter als Rockhold, kämpft aber ununterbrochen seit 1996 – als Rockhold gerade erst mit der High School begonnen und die UFC entdeckt hatte.

„Selbstverständlich war ich ein Fan von ihm“, sagt Rockhold. „Belfort war fantastisch, vielleicht sogar der aufregendste Kämpfer in den Anfangszeiten. Er ist im Octagon explodiert. Ihn und Royce Gracie bewundere ich – und Randy Couture. Ihr Herz und ihr Wille sind unglaublich. Als Kind habe ich immer davon geträumt, eines Tages ein Kämpfer zu sein. Ich hatte dieses Ziel eine Weile lang aus den Augen verloren, aber später wurde es umso realer.“

Am 18. Mai steht Rockhold dem Mann gegenüber, den er früher nur aus dem Fernsehen kannte. Der Respekt vor ihm ist groß, noch größer ist aber der Wunsch, den Platz des ehemaligen Weltmeisters in der Rangliste einzunehmen.

„Die Zeiten haben sich geändert“, sagt Rockhold. „Jetzt ist meine Zeit gekommen! Am Samstag werdet ihr eine Wachablösung sehen!“