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Michael Bisping: Lärm in Toronto

Mit einem Sieg über Brian Stann will sich Michael Bisping am 22. September bei UFC 152 Gehör verschaffen.

Es gab Zeiten, da war Michael Bisping bei den Kampfsportfans in den USA der Staatsfeind Nr. 1 – insbesondere im Vorfeld seiner denkwürdigen Begegnung mit Dan Henderson. Nur zu gerne hetzt der 33 Jahre alte Engländer die amerikanischen Fans gegen sich auf, um seinen Kämpfen einen zusätzlichen Kick zu verleihen. Vor seinem Duell mit dem Kriegshelden Brian Stann hört man vom dem populärsten Europäer in den Reihen der UFC jedoch verhältnismäßig wenig.

„Es geht ohnehin nicht um England gegen die USA, sondern um Michael Bisping gegen Brian Stann“, sagt Bisping. „Mixed Martial Arts ist eine Individualsportart, und am 22. September werde ich Brian Stann individuell in den Hintern treten. Als er bei der Armee noch die Grundausbildung durchlief und seine Stiefel putzte, habe ich bereits im Octagon Siege erkämpft. Tatsache ist, dass ich ein besserer Kämpfer bin als Brian Stann. Ich bin in fast jedem Bereich besser als er. Solange ich keinen Fehler begehe und dadurch den Kampf aus den Händen gebe, werde ich ihn besiegen.“

Erst einmal hat Bisping in diesem Jahr gekämpft – das war im Januar. Im Juli hätte er bei UFC 149 gegen Tim Boetsch antreten sollen, doch eine Verletzung verhinderte seinen Auftritt bei der Veranstaltung in Calgary. Das hat Bisping sehr gewurmt, denn er musste zum ersten Mal in seiner Karriere einen Kampf absagen. Andererseits ermöglichte ihm das einen Kampf gegen den viel bekannteren Brian Stann, den er als Sprungbrett auf dem Weg zurück nach oben benutzen könnte.

„Angeblich will Brian Stann meine ‚Nehmerqualitäten auf die Probe stellen‘“, sagt Bisping. „Was für eine nette Ansage von Kapitän Klischee. Aber ja, er verfügt über große Schlagkraft, vor der ich mich in Acht nehmen muss. Seine einzige Chance, mich zu besiegen, ist, eine seiner Bomben zu landen und mich auszuknocken. Im MMA-Sport macht ein einziger Schlag aufs Kinn den Unterschied zwischen dem Besuch der After-Show-Party und einem Besuch im Krankenhaus aus. Ich habe gegen viele starke Standkämpfer gekämpft, aber nur einer hat mich ausgeknockt.“

Das war Dan Henderson, der dadurch Bispings Traum vom Weltmeistertitel vorerst zunichtemachte. Zweimal stand Bisping bereits in einem Titelausscheidungskampf, zweimal verlor er: im Juli 2009 gegen Henderson, im Januar 2012 gegen Chael Sonnen. Nach der Niederlage gegen Sonnen macht er sich bei UFC 152 zum dritten Mal auf den Weg zum Mittelgewichtsweltmeister Anderson Silva.

„Ich will meine Chance“, sagt Bisping. „Viele andere Kämpfer hatten ihre Chance, Flaschen hatten ihre Chance, stiegen ins Octagon und fielen schon nach einer Ohrfeige um. Mir wird das nicht passieren. Anderson Silva wird den Kampf seines Lebens bestreiten müssen, wenn wir gegeneinander kämpfen. Und wir werden gegeneinander kämpfen! Ich werde Brian Stann besiegen und gegen Anderson Silva kämpfen.“

Die Konkurrenz ist groß. Chris Weidman, Tim Boetsch und Alan Belcher warten nur auf Fehler der anderen Mittelgewichte, um sie auf der Jagd nach einem Titelkampf abschütteln zu können. Ein spektakulärer Sieg kann manchmal schon ausreichen, um sich an der Spitze des Verfolgerfeldes zu positionieren. Umso motivierter geht Bisping in den Kampf am 22. September.

„Die Mittelgewichtsklasse ist so stark besetzt wie nie zuvor“, meint Bisping. „Wir alle müssen uns Gehör verschaffen und Lärm machen. Und mein Fuß wird eine Menge Lärm machen, wenn er Brian Stann bei UFC 152 in den Hintern tritt.“