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Michael Bisping ergreift die Chance seines Lebens

Aufgrund der Verletzung von Mark Munoz kämpft Bisping am 28. Januar bei UFC on Fox 2 gegen Chael Sonnen. Der Sieger ihres Kampfes darf gegen Anderson Silva um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht antreten.

Michael Bisping war mitten im Trainingslager auf seinen bevorstehenden Kampf bei UFC on Fox 2, als ihn aus heiterem Himmel der Präsident der UFC ans Telefon holte.

„Ich war gerade mit dem morgendlichen Training fertig und aß zu Mittag“, erzählt Bisping, der sich auf den Brasilianer Demian Maia vorbereitete. „Dana White rief mich an und sagte mir, Sonnens Gegner Mark Munoz hätte sich am Ellenbogen verletzt. Und er sagte, wenn ich gegen Sonnen gewinnen würde, würde ich in einem Fußballstadion gegen Anderson Silva kämpfen. So eine riesige Chance kann man sich nicht entgehen lassen. Ich habe mein ganzes Leben darauf hin trainiert.“

Bisping rührt seit einiger Zeit die Werbetrommel in eigener Sache. Sein Ziel: ein Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht. Seit seinem Wechsel in diese Gewichtsklasse hat der 32 Jahre alte Engländer acht von zehn Kämpfen gewonnen, zuletzt vier in Folge. Dennoch sehen ihn nur wenige für ein Duell gegen Anderson Silva bereit – mit einem Sieg über den ehemaligen Titelherausforderer Sonnen könnte man ihm einen Titelkampf jedoch nicht mehr verwehren. Das sieht der 34 Jahre alte US-Amerikaner genauso.

„Bisping will einen Titelkampf, und die Menschen sagen, er würde ihn nicht verdienen“, sagt Sonnen. „Dabei hat er jeden geschlagen, den die UFC ihm vorgesetzt hat. Er kämpft immer bei großen Veranstaltungen im Hauptkampf oder Co-Hauptkampf. Und jedes Mal gewinnt er. Ich bin nicht irre, ich bin ein ziemlich schlauer Kerl. Bisping erledigt stets seinen Job. Es ist Unsinn zu sagen, er würde diese Chance nicht verdienen, denn selbst im Halbschwergewicht hat er jeden besiegt. Ich werde nicht so tun, als sei er kein großartiger Kämpfer. Das ist er sehr wohl.“

Eigentlich hatte Sonnen nach seinem Aufgabesieg über Brian Stann im Oktober vergangenen Jahres den Titelkampf bereits sicher gehabt. Doch da sich Silva verletzte, wollte Sonnen zwischenzeitlich einen weiteren Kampf annehmen. Dieser Umstand kommt nun Bisping zugute, dem oftmals vorgeworfen wird, nicht gegen die Besten der Besten gekämpft zu haben.

„Ich halte doch immer nach den größtmöglichen Kämpfen Ausschau“, verteidigt sich Bisping. „Der Kampf gegen Sonnen ist ein großer Kampf mit großen Auswirkungen. Sonnen steht an der Spitze der Gewichtsklasse. Jetzt kann niemand mehr sagen, ich würde nicht gegen die Spitzenkämpfer antreten. Ich habe keine Verletzungen, ich bin in Form, alles ist gut. Wenn ich gewinne – fantastisch. Wenn ich verliere, habe ich den Titelkampf ohnehin nicht verdient. Es hängt alles davon ab, was am Samstag geschehen wird.“

Bisping und Sonnen gehören zu den redefreudigsten Kämpfern in der UFC und teilten nur zu gerne verbale Tiefschläge aus. Bislang hat aber noch keiner über den anderen ein böses Wort gesagt. Sonnen stänkert nach wie vor gegen Anderson Silva, doch für Bisping hat er nur Lob und Anerkennung übrig. Und auch der sonst vor Selbstbewusstsein nur so sprießende Engländer verhält sich im Vorfeld des Kampfes verdächtig ruhig.

„Dieser Kampf wurde kurzfristig angesetzt, also muss ich meine ganze Energie darauf hin konzentrieren, mich auf meinen neuen Gegner einzustellen“, erklärt Bisping. „Sprüche klopfen ist nicht so wichtig, der Kampf ist wichtig. Vergesst den Trashtalk, seht euch einfach den Kampf an – es wird ein richtig guter Kampf werden. Wen interessiert dann noch der Trashtalk?“

Wo er Recht hat, hat er Recht.