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Melvin Guillard: Mit Geduld zum Sieg?

Für ihr Debüt auf dem amerikanischen Fernsehsender FX stellte die UFC einen Hauptkampf zusammen, der den neuen Zuschauern am 20. Januar die Faszination MMA näherbringen soll: Melvin Guillard kämpft gegen Jim Miller.

Melvin Guillard ist bei jedem Kampf zwei Gegnern ausgesetzt: einerseits dem Mann, der ihm im Octagon gegenübersteht, andererseits – sich selbst. Theoretisch hat er alle kämpferischen Fähigkeiten, um die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht zu gewinnen, doch irgendwie steht sich der 28 Jahre alte „Ultimate Fighter“-Veteran meist selbst im Weg.

In den letzten beiden Jahren gewann Guillard fünfmal in Folge – 2011 schaltete er Evan Dunham und Shane Roller bereits in der ersten Runde aus. Ein Sieg über Joe Lauzon bei UFC 136 und der Titelkampf hätte ihm kaum verwehrt werden können. Doch wie schon so oft in der Vergangenheit machte ihm sein kopfloses Vorgehen einen Strich durch die Rechnung. Das soll nicht noch einmal vorkommen – behauptet er jedenfalls.

„Die wichtigste Lektion, die ich im Kampf gegen Joe Lauzon gelernt habe, ist die, dass ich geduldiger sein muss“, erzählt Guillard. „Der einzige Grund für seinen Sieg liegt darin, dass ich zu überhastet vorgegangen bin. Ich war zu voreilig und lief in seinen Jab rein. Die Tatsache, dass ich jetzt in einem Hauptkampf stehe, zeigt mir, dass die UFC dennoch weiter an mich glaubt. Sie haben mich und Jim Miller für UFC on FX ausgewählt, weil wir immer alles geben und weil wir zu den besten Kämpfern in der Leichtgewichtsklasse gehören.“

Beides zwei gute Gründe, die beiden in den Hauptkampf der Veranstaltung zu stellen, denn der 20. Januar ist ein wichtiges Datum für die UFC. Erstmals wird eine UFC-Veranstaltung live auf dem amerikanischen TV-Sender FX ausgestrahlt – als Teil des Riesenvertrags mit dessen Mutterkonzern Fox. Von Guillard und Miller wird erwartet, dass sie die Partnerschaft mit einem fesselnden Kampf gebührend einleiten werden.

„Jim Miller ist einer meiner Lieblingskämpfer“, sagt Guillard. „Ich bewundere ihn, ich liebe seinen Kampfstil. Ich kämpfe gerne gegen solche Gegner, denn ich stelle mich gerne selbst vor Herausforderungen. Ich respektiere ihn, aber hier geht es um meine Zukunft. Der Gewinn der Weltmeisterschaft würde mein ganzes Leben verändern. Und ich will, dass sich mein Leben zum Positiven hin verändert. Also muss ich ihn schlagen.“

Einmal stand Guillard kurz davor, sein Leben zum Positiven hin zu verändern. Nach der Niederlage gegen Lauzon wird es aber noch eine Weile dauern, bis er diese Chance erneut erhält – so realistisch ist auch seine eigene Einschätzung.

„Erwarte ich, dass ich nach dem Kampf gegen Jim Miller um den Titel kämpfen darf? Nein, das tue ich nicht“, sagt Guillard. „Ich gehe davon aus, dass ich wegen meiner Niederlage noch mindestens ein- bis zweimal kämpfen muss. Wenn ich schließlich um den Titel antrete, will ich, dass die Fans sagen, dass ich es verdient habe und nicht, dass ich aus einer Laune heraus dafür ausgewählt wurde.“

Ein Sieg über Miller ist in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung. Und diesmal soll es nicht an mangelnder Geduld scheitern.

„Jim Miller hat Killerinstinkt“, sagt Guillard. „Bei unserem Kampf wird es so sein, als würde ich in einen Spiegel blicken. Da wir beide Killerinstinkt haben, wird der Kampfausgang davon abhängen, wer zuerst einen Fehler macht – und das werde nicht ich sein.“