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Mark Hunt: Kampfsport als Lebensretter

Mark Hunt und Stefan Struve treten am 2. März bei „UFC on Fuel TV 8“ in Japan gegeneinander an.

Die UFC hatte keinerlei Interesse an Mark Hunt. Selbst bei den eingefleischten Kampfsportfans war der 38 Jahre alte Neuseeländer in Vergessenheit geraten. Und doch debütierte er im September 2010 in der UFC. Das hat Hunt seinem Stolz und seiner Hartnäckigkeit zu verdanken.

Nachdem Zuffa LLC, die Muttergesellschaft der UFC, die legendäre japanische MMA-Organisation PRIDE gekauft hatte, wurden die meisten Kämpferverträge transferiert. Darunter auch der von Hunt. Die UFC wollte Hunt, welcher zu dem Zeitpunkt fünf Mal in Folge verloren hatte, aus seinem Vertrag freikaufen. Er lehnte das strikt ab. Er wollte kämpfen.

Zwar verlor Hunt seinen ersten Kampf im Octagon in 63 Sekunden durch Aufgabe. Doch dann trat eine Wandlung ein und er gewann drei Kämpfe hintereinander, gegen Chris Tuchscherer, Ben Rothwell und Cheick Kongo.

„Niemand glaubte an mich“, sagt Hunt. „Nur ich glaubte an mich. Die meisten dachten, ich wäre nicht gut genug für die UFC. Aber Tatsache ist, dass ich einer der besten Kämpfer auf diesem Planeten bin.“

Die gute alte Zeit

Am 2. März kehrt Hunt an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück: Japan. Bei „UFC on Fuel TV 8“ kämpft er gegen den Holländer Stefan Struve. Mit dem Lande der aufgehenden Sonne verbindet Hunt seine größten sportlichen Triumphe. Dort gewann er 2001 den prestigeträchtigen World Grand Prix von K-1, dort feierte er Siege über Kampfsportlegenden wie Wanderlei Silva und Mirko Cro Cop.

„In Japan kämpfte ich vor 60.000 Zuschauern, aber als ich in die USA zur UFC kam, wusste niemand, wer ich bin“, sagt Hunt. „In Asien behandelte man mich wie einen Superstar. Es ist schön, wieder in Japan kämpfen zu können. Ich habe dort bestimmt schon 60 Mal gekämpft und ich habe viele tolle Erinnerungen an dieses Land.“

Kämpfen ja, trainieren jein

Als Kind träumte Hunt nie davon, einmal ein Profikämpfer zu werden. Dazu kam es rein zufällig. Als er einmal in seiner Jugend vor einer Discothek in einer Auseinandersetzung verwickelt war, entdeckte ein Türsteher sein Talent fürs Kämpfen und nahm ihn in eine Kampfsportschule mit. Dadurch entwickelte sich das Leben des einstigen Unruhestifters zum Positiven und er wurde Profisportler.

„Wenn ich kein Kämpfer wäre, würde ich wahrscheinlich im Gefängnis sitzen“, sagt Hunt. „Der Kampfsport hat mir das Leben gerettet. In meiner Jugend habe ich viele dumme Dinge getan. Die Kampfkunst hat mich vor Schlimmerem bewahrt. Sie hat meine Komplexe geheilt. Ich verlor meine aggressive Grundhaltung, musste niemandem mehr etwas beweisen.“

In seinen Kämpfen kommt diese aggressive Grundhaltung jedoch immer wieder zum Vorschein. Hunt ist ein geborener Kämpfer, ein Mann mit natürlicher Schlagkraft und erstaunlichen Nehmerqualitäten – ein Mann, der einfach für das Kämpfen gemacht ist.

„Das Beste am Kämpfen ist das Kämpfen“, sagt Hunt. „Ich hasse das Training. Ich hasse es zu trainieren, aber ich liebe es zu kämpfen. Allerdings muss ich trainieren, um mich weiter zu verbessern. Je mehr ich trainiere, umso mehr Schaden kann ich meinen Gegnern zufügen. Wenn ich mich weiter verbessere, ist es meinen Gegnern unmöglich, mich zu besiegen.“

Ob es Stefan Struve unmöglich sein wird, sich gegen Hunt durchzusetzen, stellt sich am 2. März bei „UFC on Fuel TV 8“ heraus. Hunt jedenfalls ist gewappnet: „Ich habe eine Strategie für diesen Kampf, sogar eine großartige Strategie – ich werde Struve den Kopf von den Schultern schlagen.“