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Kein Interesse am Kampf des Abends

Roy Nelson trifft am 28. Mai bei UFC 130 auf Frank Mir. Wer nun auf eine drei Runden lange Schlacht hofft, wird enttäuscht sein, denn Nelson ist nach seinem Kampf gegen Junior Dos Santos die Lust auf Schlachten vergangen – er will nur noch in kürzester Zeit siegen.

Nach dem Gewinn von The Ultimate Fighter 10 und zwei Erstrundensiegen in der UFC kämpfte Roy Nelson im August letzten Jahres gegen Junior Dos Santos. Es sollte der neue Herausforderer auf den Schwergewichtstitel gekürt werden.

Dos Santos nutzte seine Schnelligkeit aus und setzte dem 34 Jahre alten Amerikaner drei Runden lang mit knackigen Boxkombinationen zu. Zwar verlor Nelson einstimmig nach Punkten, doch er stellte seinen unbändigen Kampfgeist und seine unglaublichen Nehmerqualitäten unter Beweis und schaffte es als erster Kämpfer überhaupt, mit dem Brasilianer über die volle Distanz zu gehen.

„Niemand wollte mehr gegen Junior kämpfen“, blickt Nelson zurück. „Klar, die hatten alle Angst – habt ihr gesehen, was er mit seinen Gegnern macht? Ich habe mich trotzdem dazu bereit erklärt, gegen ihn zu kämpfen, denn ich schrecke vor keinem Gegner zurück. In diesem Kampf habe ich einige Fehler gemacht und daraus meine Lehren für die Zukunft gezogen.“

Eine der Erkenntnisse ist wohl die, dass er fürs Erste genug von offenen Schlagwechseln hat.

„Ich will nicht den ‚Kampf des Abends‘ hinlegen, das ist doch das dümmste, was man als Kämpfer anstreben kann“, sagt Nelson. „Eine fünfzehn Minuten lange Schlacht wie in meinem letzten Kampf, in der man viele Treffer kassiert, sodass man total am Ende ist? Nein danke, ich gewinne lieber innerhalb einer Minute und hole mir den Bonus für den Knockout oder den Aufgabegriff des Abends.“

Hierbei kommt Nelson seine Vielseitigkeit zugute: Er ist ein Schwarzgurt im brasilianischen Jiu-Jitsu und bringt extrem viel Kraft hinter seine Schläge – insbesondere sein rechter Schwinger ist verheerend. Acht seiner Siege erzielte er durch Knockout oder TKO, fünf durch Aufgabe.

„Ich bin einer der Kämpfer, die sich in allen Distanzen wohlfühlen“, sagt Nelson. „Wenn wir im Stand kämpfen, komme ich zurecht und suche den Knockout. Wenn wir auf dem Boden kämpfen, komme ich zurecht und suche die Aufgabe. Ich versuche, als Kämpfer so vielseitig wie möglich zu sein. Es gibt niemanden in der UFC, gegen den ich nicht im Stand kämpfen würde. Und wenn ich da Probleme habe, kann ich den Kampf immer noch auf den Boden verlagern.“

Seine Fähigkeiten testet Nelson als nächstes bei UFC 130 gegen Frank Mir, der wie er im Stand und auf dem Boden gleichermaßen gefährlich ist.

„Es ist mir eine Ehre, gegen einen zweifachen Weltmeister anzutreten“, meint Nelson. „Ich freue mich sehr darauf, denn das wird der erste Kampf, in dem ich einen ehemaligen Weltmeister besiege.“

Für dieses Vorhaben im Duell gegen Mir, der alle seine fünf Niederlagen durch Knockout der TKO erlitt, hat sich Nelson auch schon eine passende Strategie zurechtgelegt.

„Man muss ihn einfach nur schlagen – mitten ins Gesicht“, meint Nelson. „Das ändert die ganze Dynamik, den kompletten Kampfverlauf. Dann hat er keine Lust mehr. Jedes Schwergewicht auf der Welt kann jedes andere Schwergewicht besiegen. In unserer Gewichtsklasse kann ein Schlag alles entscheiden.“