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Jorge Santiago 2.0

Am 28. Mai kehrt bei UFC 130 ein völlig veränderter Jorge Santiago zurück, der sich während seiner fünfjährigen Octagon-Abstinenz zu einem der besten Mittelgewichte der Welt entwickelt hat.

Im Juni 2006 debütierte Jorge Santiago, ein Schwarzgurt im brasilianischen Jiu-Jitsu mit sehr guten Fähigkeiten im Muay Thai, in der UFC. Nach einem KO-Sieg gegen Justin Levens folgten zwei KO-Niederlagen gegen Chris Leben und Alan Belcher – und die Entlassung.

Santiago ging zuerst nach Russland, wo er den UFC-Veteranen Andrei Semenov schlug. Dann gewann er den Mittelgewicht Grand Prix von Strikeforce, indem er an einem Abend gleich zwei Gegner in der ersten Runde besiegte.

Es folgte ein Wechsel zu der japanischen Organisation Sengoku. Dort gewann der Brasilianer im Jahr 2008 mit vier vorzeitigen Siegen erst den Mittelgewicht Grand Prix und dann den Mittelgewichtstitel. In seinem letzten Kampf im August 2010 verteidigte Santiago den Gürtel in einem packenden Duell, das von Fans und Fachwelt gleichermaßen als einer der besten Kämpfe des Jahres angesehen wird.

Nach elf Siegen in zwölf Kämpfen – zehn davon vorzeitig – ist nun die Zeit reif für einen zweiten Lauf in der UFC.

„Ich freue mich sehr über meine Rückkehr“, erzählt der mittlerweile 30 Jahre alte Santiago. „Am 28. Mai werde ich mein Bestes geben, und dann sehen wir, wo mich mein Weg hinführen wird.“

Santiago trifft bei UFC 130 in Las Vegas, Nevada auf den amerikanischen Kriegshelden Brian Stann. Der frühere WEC Halbschwergewichtschampion gewann seit seinem Wechsel ins Mittelgewicht zwei Kämpfe in Folge.

 „Er hat sich in letzter Zeit stark entwickelt“, sagt Santiago über Stann. „Mit jedem Kampf wird er besser. Er ist ein guter Kämpfer. Ein zäher Bursche, der sehr hart zuschlägt. Er ist gut im Stand, ein großartiger Athlet und er hat eine gute Einstellung. Dennoch werde ich ihn besiegen.“

In den Kampfbilanzen von Stann und Santiago findet sich ein gemeinsamer Gegner: Chris Leben. Während Stann den Mann mit dem Eisenschädel am Neujahrstag schon in der ersten Runde außer Gefecht setzte, war es Leben, der Santiago in dessen zweitem UFC-Kampf KO schlug. Eine Niederlage, für die er sich gerne revanchieren würde.

„Als Kämpfer will man natürlich immer noch einmal gegen denjenigen antreten, der einen besiegt hat“, erzählt Santiago. „Aber ein Rückkampf gegen Leben ist momentan nicht sehr sinnvoll, da er gerade erst von Brian Stann ausgeknockt wurde. Mit einem Sieg über Brian Stann sollte ich beide von meiner Liste streichen können.“

Obwohl kaum jemand in der Fachwelt daran zweifelt, dass Santiago zu der Spitze der Mittelgewichtsklasse gehört, muss er sich kommende Woche bei seinem Comeback im Octagon den Fans der UFC neu vorstellen.

„Ich bin der Außenseiter. Wenn man hundert Fans fragen würde, würden mich vielleicht zwei von ihnen als Favoriten sehen“, lacht Santiago. „Aber so war das schon immer in meinem Leben. Ich bin eines der besten Mittelgewichte der Welt, aber ich genieße kein so großes Ansehen, weil ich lange Zeit in Japan gekämpft habe und die Fans meine Kämpfe nicht sehen konnten. Ich weiß, wer ich bin und ich weiß, was ich leisten kann. Ich habe mir vorgenommen, allen Menschen zu beweisen, wie gut ich bin.“