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Jones im Octagon: Ruhe, Schönheit und Frieden

Jon Jones verteidigt seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht am 27. April bei UFC 159 gegen Chael Sonnen.

Vier Jahre nach seinem Debüt in der UFC geriet Jon Jones zum ersten Mal so richtig in Bedrängnis. Vitor Belfort fing ihn in der ersten Runde ihres Weltmeisterschaftskampfes bei UFC 152 in einem Armhebel, der ihm seinen Arm komplett überstreckte. Jones biss in seinen Mundschutz, befreite sich und zwang Belfort drei Runden später mit einem Schulterhebel zur Aufgabe.

„Das war das Schmerzhafteste, das ich je im Octagon fühlen musste“, sagt Jones. „Dann habe ich meinen Rhythmus gefunden und ihn besiegt. Ich habe diesen Kampf nur mit einem Arm und zwei Beinen bestritten.“

Am 27. April muss Jones seinen Halbschwergewichtstitel zum fünften Mal verteidigen – gegen Chael Sonnen, vor dem er sich drei Wochen vor dem Kampf gegen Belfort noch gedrückt hatte. Aber alle warten gespannt auf dieses Duell, und so fügte sich der 25 Jahre alte US-Amerikaner dem Wunsch seiner Anhänger.

„In diesem Sport stehen die Fans an erster Stelle, und die Fans wollen sehen, wie ich Chael Sonnen eine Lektion in Sachen Respekt erteile“, sagt Jones. „Er ist nur eine lose Ansammlung von Zitaten, an die sich in wenigen Jahren niemand mehr erinnern wird.“

Meditation und Mixed Martial Arts – auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination, doch Jones hat durch den Sport inneren Frieden gefunden. Sonnens Sticheleien lassen ihn kalt. Er nimmt sie wahr, aber nicht auf und steigt an diesem Samstag ohne Wut im Bauch ins Octagon.

„Ich habe meine Emotionen unter Kontrolle, denn ich habe Chael analysiert“, sagt Jones. „Ich weiß genau, wer er ist, was er tut und wer er zu sein versucht. Ich werde ruhig und gefasst bleiben. Egal, was mein Gegner sagt – am Kampfabend geht es bei mir nur um Ruhe, Schönheit und Frieden. Ich wurde geboren, um zu kämpfen.“

Glaube versetzt Berge

Niemand zweifelt daran, dass Jones derzeit zu den fünf besten Kämpfern der Welt gehört. Er ist ein intelligenter, konzentrierter, taktisch kluger und sehr vielseitiger Sportler. Doch die wichtigste Eigenschaft, die er besitzt, ist sein Glaube. Nicht nur sein Glaube an Gott, sondern der Glaube an sich selbst.

Als seine Freundin mit zwanzig Jahren schwanger wurde, hatte Jones zwei Möglichkeiten: wegrennen oder Verantwortung übernehmen. Er entschied sich für letzteres und begann, sich auf eine Karriere im MMA-Sport vorzubereiten. Jones kämpfte nicht aus Spaß, sondern um für seine Familie sorgen zu können.

Jones gewann zu Beginn seiner Karriere sechs Kämpfe in drei Monaten. Vier Monate nach seinem Profidebüt kämpfte er erstmals in der UFC. Drei Jahre später krönte er sich zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten. Vor kurzem stellte der weltweit größte Sportartikelhersteller einen Sneaker vor, auf dem sein Name prangt.

Das alles erreichte Jones nicht nur wegen seines Talents. Entschlossenheit und der Glaube an sich selbst machten aus einem Teenager in Geldnot einen der besten Kämpfer der Welt – zwei Werte, die Jones seinem fünften Herausforderer abspricht.

„Chael redet zwar viel, doch er glaubt nicht das, was er redet“, sagt Jones. „Deswegen verliert er jedes Mal, wenn er die Chance hat, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Muhammad Ali hat auch viel geredet, aber er glaubte an das, was er redete. Chael hat nicht die Seele, das Herz und die Arbeitsmoral eines Weltmeisters. Ich werde ihn am Samstag auf extrem verheerende Art und Weise besiegen.“