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Jon Fitch konzentriert sich auf die Details

Gäbe es Georges St. Pierre nicht, wäre Jon Fitch das beste Weltergewicht der Welt. Der amtierende Weltmeister ist der einzige Kämpfer, der Fitch in der UFC bezwungen hat. Mit einem Sieg gegen BJ Penn will sich Fitch bei UFC 127 den lange ersehnten Rückkampf gegen St. Pierre verdienen.

Acht Siege in Folge musste Jon Fitch erkämpfen, ehe er im August 2008 endlich um die Weltmeisterschaft im Weltergewicht antreten durfte. Georges St. Pierre dominierte ihn jedoch fünf Runden lang und verteidigte seinen Titel. Seitdem stand Fitch fünfmal im Octagon und ging dabei fünfmal als einstimmiger Punktsieger hervor. In seinem letzten Kampf, im August 2010 bei UFC 117, entzauberte der 32 Jahre alte Amerikaner sogar Thiago Alves.

„Der Sieg gegen Thiago Alves war fantastisch“, sagt Fitch. „Ich glaube schon seit langem, dass ich das beste Weltergewicht der Welt bin. Und dieser Sieg war ein weiteres Beweisstück dafür. Ich habe meinen Zenit noch lange nicht erreicht – ich werde noch mindestens zehn Jahre kämpfen. Nach oben sind mir keine Grenzen gesetzt.“

Gegen wen kämpft man, wenn man alle anderen Konkurrenten in seiner Gewichtsklasse schon besiegt hat, der Titelträger aber noch mit einem anderen Herausforderer beschäftigt ist? Gegen eine Legende des Sports. BJ Penn, zweifacher Weltmeister in der UFC, kehrte im November ins Weltergewicht zurück und strebt seitdem ebenfalls einen Rückkampf gegen seinen früheren Bezwinger Georges St. Pierre an.

„Gegen BJ Penn kämpfen zu dürfen, ist eine große Ehre“, sagt Fitch. „Ich will zu einer Legende werden. Man wird nur eine Legende, wenn man eine Legende besiegt. Und BJ ist definitiv eine Legende. Wenn ich ihn besiege, werde ich auch alle seine Siege für mich beanspruchen können.“

In den vergangenen Jahren hat Fitch gegen einige der besten Weltergewichte der Welt gewonnen, darunter Paulo Thiago, Diego Sanchez und Mike Pierce. Er besiegte gute Standkämpfer, gute Ringer und gute Bodenkämpfer. Doch Penn ist ein anderes Kaliber: er ist all das zusammen. Fitch, ein Ringer mit einem Schwarzgurt im Jiu-Jitsu, sieht ihrer Auseinandersetzung dennoch gelassen entgegen.

„Solange ich mich auf die Details konzentriere und mich täglich verbessere, wird mich das zum Sieg gegen BJ Penn führen“, erzählt Fitch. „Und es wird mich zum Sieg gegen Georges St. Pierre oder Jake Shields führen. Wenn man sich auf die kleinen Dinge konzentriert, erledigen sich die großen Dinge von selbst. Ich arbeite jeden einzelnen Tag hart an meinen Fähigkeiten im Stand und auf dem Boden.“

In der UFC hat Fitch eine sagenhafte Kampfbilanz von 13-1. Er hält aber auch einen weniger schmeichelhaften Rekord: den für die meisten Punktsiege. Ganze achtmal musste Fitch bei seinen Siegen über die volle Distanz von drei Runden gehen. Die Fans wollen die Kämpfe aber lieber spektakulär enden sehen, egal ob durch Knockout oder Aufgabe. Deswegen muss sich Fitch nach jedem Kampf, egal wie dominant er in den drei Runden war, Kritik anhören – nicht nur von den Fans und den Medien, sondern auch von seinen Vorgesetzten.

„Egal wo sich der Kampf abspielt, ich versuche stets, ein vorzeitiges Ende herbeizuführen“, erklärt Fitch seine Kampfweise. „Ich attackiere doch die ganze Zeit mit Schlägen und mit Ellenbogenstößen. Ich will, dass sich mein Gegner nach unserem Kampf fühlt, als hätte ihn jemand durch die Mangel gedreht.“

So soll sich natürlich Penn am 27. Februar fühlen. Fitch ist davon überzeugt, dass ihm das gelingen wird, aber diesmal will er zugleich auch die Fans für sich begeistern. Wenn er sich genügend auf die Details konzentriert hat, werden die Punktrichter bei UFC 127 vielleicht sogar überflüssig sein.

„Ich bin mir definitiv sicher, dass ich BJ Penn besiegen kann“, sagt Fitch. „Die Frage ist nur: Kann ich ihn vorzeitig besiegen?“