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Johny Hendricks liebt die Ungewissheit

Nach seinem KO-Sieg über Jon Fitch muss sich Johny Hendricks am 5. Mai bei „UFC on Fox 3“ gegen dessen Trainingspartner Josh Koscheck erneut beweisen.

Einen Kampf mit einem einzigen Schlag gewinnen, davon träumen viele Kampfsportler. Johny Hendricks ist dieses Kunststück im Dezember bei UFC 141 gelungen – und das nicht gegen irgendjemanden, sondern gegen Jon Fitch, eines der fünf besten Weltergewichte der Welt. Hendricks schlug Fitch nach zwölf Sekunden mit seiner ersten und einzigen Aktion KO, aber 100% zufrieden war der 28 Jahre alte US-Amerikaner dennoch nicht.

„Man hat zwischen drei und vier Monaten Zeit, sich auf seinen Gegner vorzubereiten“, sagt Hendricks. „Sobald der Kampf beginnt, muss man seine bestmögliche Leistung erbringen. Wenn man dann nach zehn oder zwölf Sekunden gewinnt, liegt das daran, dass man sein Bestes gegeben hat. Aber ich hätte den Fans gerne noch viel mehr von meinem Können gezeigt!“

Hendricks ist einer der erfolgreichsten Collegeringer, die je zum MMA-Sport gewechselt sind. Während viele seiner Kollegen das Ground and Pound oder den Bodenkampf für sich entdeckten, entwickelte er früh seine Liebe zum Boxen. In der UFC, wo er sieben von acht Kämpfen gewonnen hat, siegte Hendricks bereits viermal durch KO oder TKO.

 „Mein Ziel war von Anfang an, dass die Kämpfer meine Fäuste fürchten“, erklärt Hendricks. „Wenn sie meine Fäuste fürchten, kann ich umso leichter ringen. Dann gelingen mir die Takedowns besser, und wenn man in der Oberlage ist und die anderen wissen, dass man stark zuschlagen kann, agieren sie überhastet, weil sie keine Schläge kassieren wollen. Wenn sie überhastet agieren, werden sie Fehler machen. Und das wiederum gibt mir die Möglichkeit, den Kampf vorzeitig zu beenden.“

Josh Koscheck, gegen den Hendricks am 5. Mai bei „UFC on Fox 3“ antritt, hat auf dem College ebenfalls zahlreiche Titel im Ringen gewonnen – allerdings bei weitem nicht so viele wie Hendricks.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass ich der bessere Ringer bin“, sagt Hendricks. „Ich war nicht nur einmal Landesmeister, sondern zweimal Landesmeister und einmal Landesvizemeister. Ich wohne noch immer in der Nähe meiner alten Universität, deswegen verbringe ich dort alle drei Wochen einige Tage mit den Ringern. Das Training mit diesen ganzen Jungspunden hält mich ordentlich fit.“

Seitdem bekannt wurde, dass Hendricks und Koscheck bei „UFC on Fox 3“ aufeinandertreffen würden, gab es von Koscheck einige Sticheleien zu hören. So wäre das Ergebnis von Hendricks‘ Kampf gegen Koschecks Teamkollegen Fitch lediglich einem „Lucky Punch“ zu verdanken.

„Ich wusste, dass das passieren würde“, erzählt Hendricks. „Koscheck redet immer so viel Zeug vor seinen Kämpfen, weil er seine Gegner hassen muss, um gegen sie kämpfen zu können. Ich bin da völlig anders. Ich rede nicht schlecht über meine Gegner, weil ich einfach verdammt viel Respekt vor jedem Kämpfer habe, der ins Octagon steigt.“

Aufgrund dieser Einstellung lässt sich Hendricks auch gar nicht erst auf eine Kampfansage in Richtung Koscheck hinreißen.

„Es gibt nichts Besseres als das Gefühl, ins Octagon zu steigen und nicht zu wissen, ob man es als Gewinner oder Verlierer verlässt“, meint Hendricks. „Mit dieser Einstellung gehe ich in jeden Kampf, auch in den gegen Koscheck. Ich weiß nicht, ob ich gewinne oder verliere – ich weiß nur, dass ich mein Bestes geben werde.“