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GSP hat seine Hausaufgaben gemacht

Georges St. Pierre verteidigt seinen Weltmeistertitel im Weltergewicht am 16. März bei UFC 158 gegen Nick Diaz.

Georges St. Pierre ist ein friedlicher und zurückhaltender Mensch. Ihn auf die Palme zu bringen, ist schwierig. Viele haben es bereits versucht und sind kläglich gescheitert. Der 31 Jahre alte Kanadier lächelte nur, schwieg und gab seine Antwort emotionslos im Octagon.

Nick Diaz hat irgendwas an sich, das den Weltmeister im Weltergewicht reizt. Anstatt seinen Titel gegen den eigentlichen Herausforderer Nr. 1 zu verteidigen, Johny Hendricks, bat St. Pierre die UFC um einen Kampf gegen den Kalifornier – damit er ihm eine Lektion erteilen könne. An den Hintergrund kann oder will sich St. Pierre mittlerweile nicht mehr erinnern.

„Jeder versucht, mich zu provozieren und mich aus der Reserve zu locken“, sagt St. Pierre. „Letzten Endes ist es mir egal, was Nick Diaz erzählt. Wichtig ist nur, dass ich am 16. März bei UFC 158 meine bestmögliche Leistung abrufe. Der Rest erledigt sich dann von selbst.“

Der Beste gegen die Besten

St. Pierre ist einer der erfolgreichsten Weltmeister aller Zeiten. Er hält den Rekord für die meisten Titelverteidigungen in der Weltergewichtsklasse in Folge. In den vergangenen Jahren besiegte er Carlos Condit, Jake Shields, Josh Koscheck, Dan Hardy, Thiago Alves, BJ Penn, Jon Fitch und weitere hochkarätige Kämpfer. Auch wenn Diaz nicht der offizielle Herausforderer Nr. 1 ist, passt er perfekt in diese Aufzählung.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass Nick Diaz der wahre Herausforderer Nr. 1 ist“, sagt St. Pierre. „Ich will gegen die besten Kämpfer der Welt antreten. Und ich glaube, dass Nick einer der Besten ist. Er will das, was ich bereits haben – meinen Weltmeistergürtel. Das gefällt mir nicht. Also muss ich gegen ihn kämpfen und ihn besiegen.“

Die Nr. 1 im Ringen

Mit einer Erfolgsrate von 78% ausgeführten und sogar 88% verteidigten Takedowns ist St. Pierre statistisch gesehen der beste Ringer in der UFC. Er trainiert regelmäßig mit der kanadischen Nationalmannschaft und liebäugelte einst sogar mit einer Teilnahme an Olympia – obwohl er im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten im Weltergewicht während seiner Schul- und Studienzeit nicht gerungen hat.

„Ich kann einen Kampf dorthin verlagern, wo ich ihn haben will“, sagt St. Pierre über die große Bedeutung seiner ringerischen Fähigkeiten.

Diaz kann das nicht, dafür ist er sowohl im Stand als auch auf dem Boden sehr gefährlich. Nur wenige Kämpfer können seinen pausenlosen Box-Attacken im Stand etwas entgegensetzen, und selbst aus der Rücklage attackiert er ununterbrochen mit Ellenbogenstößen, Sweeps und Aufgabegriffen.

„Ich bin athletischer und vielseitiger als Nick Diaz – daher werde ich diesen Kampf gewinnen“, sagt St. Pierre. „Ich hoffe, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat, denn ich habe meine bestens erledigt. Er ist ein großartiger Boxer, vielleicht sogar der beste in der UFC. Aber ich habe mit Boxern trainiert, die besser sind als er.“

Der Kampf des Abends?

St. Pierre ist immer dann am besten, wenn seine Gegner nicht vor ihm zurückschrecken und sich seinen Willen aufzwängen lassen, sondern wenn sie ihn in einen richtigen Kampf verwickeln – wie Condit, Koscheck, Alves oder Fitch. Auch Diaz ist solch ein Sportler, der St. Pierre zu einer Höchstleistung treiben kann.

„Ich glaube, Nick Diaz hat einen Kampfstil, der mich gut aussehen lassen wird“, sagt St. Pierre. „Er wird das Beste aus mir herausholen. Nach der ersten Runde wird er wissen, dass heute nicht sein Abend sein wird und dass ich ein besserer Kämpfer bin als er.“