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Die Invasion von Strikeforce

Die ehemaligen Strikeforce-Kämpfer mischen seit Januar die UFC auf.

Monatelang warteten die Strikeforce-Kämpfer auf ihre Chance, sich in der UFC zu beweisen. Als sie endlich zum ersten Mal im Octagon standen, kämpften sie, als ginge es um ihr Leben. Frust, Ungewissheit und Wut hatten sich in den vergangenen zwei Jahren aufgestaut und warteten darauf, entladen zu werden.

Am 12. März 2011 verkündete UFC-Präsident Dana White die Nachricht, welche die nordamerikanische Kampfsportwelt auf den Kopf stellen sollte: Zuffa, die Muttergesellschaft der UFC, hatte Strikeforce gekauft, die zweitgrößte Veranstaltungsreihe in den Vereinigten Staaten.

Strikeforce hielt anschließend weiterhin Veranstaltungen ab – separat von der UFC. Dabei wollten die Kämpfer in die UFC, sie wollten zur unangefochtenen Nummer eins. Daran hinderte sie ein TV-Vertrag, den Strikeforce noch erfüllen musste.

Erst nach dem 12. Januar 2013, dem Tag der letzten Veranstaltung von Strikeforce, konnte die UFC die Kämpfer übernehmen. Seitdem zeigen sie bei allen ihren Auftritten, dass die größte MMA-Organisation der Welt sie zu Recht unter Vertrag genommen hat.

 „Die Strikeforce-Kämpfer sind hungrig“, meint Dana White. „Und wenn ich sage hungrig, dann meine ich verdammt hungrig. Die meisten von ihnen konnten ein Jahr lang nicht kämpfen. Sie wussten nicht, in welche Richtungen sich ihre Karrieren entwickeln würden. Sie wussten nicht, wie sie ihre Rechnungen zahlen sollen. Jetzt sind sie in der UFC, und sie kämpfen mit dem Wissen im Hinterkopf, wie es ist, nur von draußen in die UFC hineinzublicken. Diese Strikeforce-Kämpfer werden den alteingesessenen Jungs Beine machen.“

Erst die Großen, dann die Kleinen

Die Schwergewichte von Strikeforce wechselten bereits Ende 2011 in die UFC. Antonio Silva verdiente sich nach KO-Siegen über Travis Browne und Alistair Overeem einen Kampf um die Weltmeisterschaft, den er am 25. Mai bei UFC 160 gegen Cain Velasquez einlösen wird. Das beste Strikeforce-Schwergewicht, der unbesiegte Grand-Prix-Gewinner Daniel Cormier, debütierte vor zwei Wochen mit einem einstimmigen Punktsieg über den zweifachen Weltmeister Frank Mir.

Die Fans aus dem deutschsprachigen Raum warten derweil noch auf die Ankündigung des Debüts von Nandor Guelmino, einem Standkämpfer aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Den Anfang für die restlichen Gewichtsklassen machten Bobby Green und Isaac Vallie-Flagg am 2. Februar bei UFC 156, als sie zwei packende Kämpfe für sich entschieden.

Weiter ging es am 27. Februar mit UFC 157 und dem Debüt von Ronda Rousey, der ersten Frau in der Geschichte der UFC. Sie verteidigte im Hauptkampf der Veranstaltung ihren Bantamgewichtstitel, den sie bereits bei Strikeforce hatte, gegen Liz Carmouche. Sie stahlen den Männern mit ihrem aufregenden Kampf ebenso die Show wie sechs Wochen später Cat Zingano und Miesha Tate.

Auch Gegard Mousasi, Pat Healy, Robbie Lawler, Jordan Mein, Jorge Masvidal, Nah-Shon Burrell, Lorenz Larkin, Ovince St. Preux und der früher in Nürnberg wohnhafte Yoel Romero fanden sich gut in der UFC ein.

Unerfüllte Titelträume

Der erste Titelkampf zwischen einem Titelträger von Strikeforce und einem amtierenden Weltmeister aus der UFC fand am 16. März bei UFC 158 statt. Nick Diaz forderte Georges St. Pierre heraus, unterlag ihm jedoch einstimmig nach Punkten. Auch im zweiten „UFC gegen Strikeforce“-Titelkampf siegte die UFC: Am 20. April bezwang Leichtgewichtsweltmeister Benson Henderson seinen Herausforderer Gilbert Melendez geteilt nach Punkten.

Spannend geht es am 18. Mai bei „UFC on FX 8“ in Brasilien weiter, wenn zwei ehemalige Mittelgewichtstitelträger von Strikeforce zum ersten Mal ins Octagon steigen. Der mehrfache BJJ- und ADCC-Weltmeister Ronaldo „Jacaré“ Souza trifft in seinem Debüt auf den fünfmal in Folge ungeschlagenen Costa Philippou. Luke Rockhold, der letzte Mittelgewichtskönig von Strikeforce, kämpft gegen den früheren UFC-Weltmeister Vitor Belfort. Besiegt er Belfort, tritt Rockhold mit Sicherheit in Kürze in einem weiteren „Champion gegen Champion“-Duell an.