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Die fabelhafte Welt des Antonio McKee

Antonio McKee ist das beste Leichtgewicht der Welt – laut Antonio McKee. Im stolzen Alter von vierzig Jahren gibt der Ringer am 1. Januar bei UFC 125 sein UFC-Debüt. Darauf haben die Fans seit langem gewartet – laut Antonio McKee.

Seit seinem Profidebüt im Oktober 1999 erkämpfte sich Antonio McKee eine Kampfbilanz von 25-3-2. Er ist fünfzehn Kämpfe in Folge unbesiegt. Sein Problem, und einer der Gründe, weswegen er es erst jetzt in die UFC geschafft hat: Er kann oder will seine Auseinandersetzungen nicht vorzeitig beenden. Von seinen 30 Kämpfen gingen 21 über die volle Distanz.

„Ja, er ist nicht sehr aufregend“, sagt McKee über seinen Kampfstil. „Wisst ihr warum? Weil ich dominiere. Es ist dasselbe wie mit Georges St. Pierre – er dominiert. Es ist einfach nicht möglich, aufregend zu sein, wenn man immer wieder auf dieselbe Weise gewinnt. Ich bin ein kluger Kämpfer. Wenn ich in eine Prügelei gerate, prügele ich mich. Aber wenn ich besser ringen kann als mein Gegner und ich technisch besser bin als er, dann könnt ihr mir glauben, dass ich das auch ausnutzen werde.“

Seine beiden einzigen Kämpfe in diesem Jahr hat McKee in der ersten Runde gewonnen. Im März zwang er seinen Gegner zur Aufgabe, im September gewann er durch TKO. Es geht also doch. Allerdings stand bei seinem letzten Kampf seine Karriere auf dem Spiel. McKee kündigte an, zurückzutreten, wenn er nicht vorzeitig gewinnen würde. Diese beiden Siege, in Verbindung mit seiner stattlichen Kampfbilanz, bescherten ihm nach langem Warten endlich den UFC-Vertrag.

„Ich bin wie Wein, ich werde mit dem Alter besser“, grinst McKee. „Wenn man sagt, dass man der beste Veranstalter ist und die besten Kämpfer unter Vertrag hat, braucht man McKee bei sich, denn McKee ist das beste Leichtgewicht der Welt. Alle Menschen wollen mich sehen. Entweder wollen sie, dass mir jemand das Maul stopft oder sie wollen, dass ich das erreiche, was ich verdiene: die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht.“

McKee backt offensichtlich keine kleinen Brötchen. Verständlich, schließlich bleibt ihm mit seinen vierzig Jahren nicht mehr viel Zeit im aktiven Geschäft. Er weiß das besser als jeder andere und fordert: „Die UFC sollte mich zum Champion machen. Warum? Weil Antonio McKee ein wahrer Champion ist. Nicht nur im Käfig, auch außerhalb. Hört ihr irgendwelche Geschichten, dass ich jemanden anspucke, von der Straße dränge oder Dopingmittel und Drogen einnehme? Nein, ihr hört nur, dass McKee Sprüche klopft. Das ist alles. Aber ihr seht auch, was McKee tut! McKee ist auf den Straßen unterwegs, er kümmert sich um Jugendliche, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen. Er ernährt die Gemeinde, er geht in die gefährlichen Gegenden und leitet eine gemeinnützige Organisation. So jemanden braucht man in Amerika als Champion – sollte man meinen. Vielleicht liege ich falsch, aber ich bin der Champion des Volkes.“

In seinem Debüt muss der Champion des Volkes gegen Jacob „Christmas“ Volkmann antreten, einen Ringer mit einer Vorliebe für den Bodenkampf. Volkmann gewann in diesem Jahr nach seinem Wechsel ins Leichtgewicht zweimal hintereinander. Er ist ein unangenehmer Gegner, genau die richtige Sorte, um herauszufinden, ob McKee tatsächlich in die UFC gehört.

„Ich verkörpere die Wahrheit und ich werde euch jagen“, sagt McKee. „Ihr könnt weglaufen und euch verstecken, aber ich werde euch alle kriegen. Die Leichtgewichtsklasse hat Angst, sie ist in Sorge. Frankie Edgar, Gray Maynard und all die anderen Kämpfer wissen, wer ich bin. So sehr ich Volkmann auch mag, in diesem Jahr werde ich keine ‚Weihnachten‘ feiern. Ich werde der Grinch sein, der ‚Weihnachten‘ in den Hintern tritt. Ich habe Volkmann studiert, er ist ein großartiger Mensch. Aber ich muss der UFC zeigen, wer Antonio McKee ist und was er drauf hat.“