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Die Erfüllung eines Traumes

Im Mai schaffte der Franzose Cyrille „The Snake“ Diabaté den
lange überfälligen Sprung in die UFC. Als einer der erfahrensten Kämpfer
unseres Nachbarlands hatte er bei seinem Debüt keine Schwierigkeiten,
Luiz Cane in der ersten Runde auszuschalten. Am 16. Oktober kehrt
Diabaté bei UFC 120 ins Octagon zurück, um sich mit dem Alexander
Gustafsson zu messen.

Der Sieg gegen Luiz Cane bei UFC 114 war Diabatés zehnter aus den letzten elf Kämpfen. Die Anfangsphase hatte er etwas verschlafen, weswegen es dem Brasilianer gelang, ihn mit seiner Linken niederzuschlagen. Doch Diabaté blieb ruhig und verteidigte sich mit seiner Guard gegen Canes Ground and Pound. Zurück im Stand klingelte der französische Thaiboxer seinen Gegner mit einer linken Geraden an und schickte ihn danach mit einem rechten Haken zu Boden. Das TKO-Ende nach nur zwei Minuten und dreizehn Sekunden.

„Ich bin nicht ganz mit meiner Leistung zufrieden“, blickt Diabaté auf sein Debüt in der UFC zurück. „Aber ich denke, in diesem Kampf viel gelernt zu haben – am wichtigsten, wie ich in einen Kampf starte. Nächstes Mal werde ich das anders machen. Ich denke, dass man immer nur einen Fehler von einer Niederlage entfernt ist. Mein Gegner hat mehr Fehler gemacht als ich. Ich konnte seine Fehler besser zu meinem Vorteil nutzen als er meine. Deswegen war es logisch, dass ich gewonnen habe.“

Dass er erst von Cane wachgerüttelt werden musste, um seinen Fähigkeiten entsprechend zu kämpfen, schiebt der mittlerweile 37 Jahre alte Veteran aber nicht auf das Lampenfieber, das normalerweise jeden UFC-Neuling begleitet. „Ich kämpfe jetzt schon seit 20 Jahren“, erklärt Diabaté. „Ich bin ein vierfacher Weltmeister. Ich war bereits lange vor meiner Zeit bei PRIDE ein Champion. Ich habe in allen möglichen Formen des Kampfsports auf einem sehr hohen Level gekämpft, ehe ich von der UFC unter Vertrag genommen wurde. Ein Kampf wird nicht schwieriger, nur weil die UFC so bekannt ist. Ein Kampf ist ein Kampf. Ein Kampf gegen einen Thaiboxchampion nach Thaiboxregeln oder ein Kampf gegen einen MMA-Champion nach MMA-Regeln ist dasselbe. Sobald man sich dessen bewusst ist, kann man viel besser mit dem Druck umgehen. Deswegen bleibe ich gelassen.“

An diesem Wochenende steigt Diabaté bei UFC 120 in London zum zweiten Mal ins Octagon. Dort erwartet ihn der 23 Jahre junge Schwede Alexander Gustafsson, ein sehr zäher Standkämpfer. „Ich denke, er wird mir mehr Probleme bereiten als Luiz Cane“, sagt Diabaté über Gustafsson. „Aber ich mag Herausforderungen und ich weiß, dass wir den Fans einen aufregenden Kampf liefern werden. Er ist aggressiv und schlägt sehr hart zu. Der Kampf wird über nicht über die Distanz gehen.“

Frankreich ist wie Deutschland noch ein MMA-Entwicklungsland, und Diabaté findet es ein wenig bedauerlich, erst jetzt, nach zwei Jahrzehnten im Kampfsport, von den Menschen die Anerkennung zu bekommen, die er sich verdient hat. Elf lange Jahre nach seinem ersten MMA-Kampf ist er endlich in der weltweit führenden Kampfsportorganisation angelangt – damit ging für ihn ein Traum in Erfüllung.

„Ich bin einfach nur ein normaler Mensch, der Träume hatte, und die Entschlossenheit und den Willen, sie wahr werden zu lassen“, sagt Diabaté. „So wie all die anderen Kämpfer in der UFC. Im Gegensatz zu dem, was viele Personen denken, sind das alles normale Menschen. Ihr müsst verstehen: Jeder kann seinen Träumen nachgehen, egal wie unmöglich sie auch scheinen mögen. Man muss einfach daran glauben, dafür kämpfen und man darf es am Ende nicht bereuen.“