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Der ewige Außenseiter

Frankie Edgar bestreitet am 1. Januar bei UFC 125 seinen dritten Leichtgewichtstitelkampf. Zum dritten Mal wird ihm die Außenseiterrolle zugeschoben. Wird er die zahlreichen kritischen Stimmen erneut für eine Weile verstummen lassen?

Vor seinem ersten Kampf gegen den legendären BJ Penn glaubte niemand an einen Sieg von Frankie Edgar – aber er gewann. Vor seinem zweiten Kampf gegen Penn glaubten wenige an einen Sieg von Edgar – aber er gewann deutlich. Vor seinem Rückkampf gegen Gray Maynard ist Edgar wieder einmal der Außenseiter.

„Solange mein Team und meine Familie und meine Freunde an mich glauben, habe ich kein Problem damit“, gibt der 29 Jahre alte Weltmeister zu Protokoll. „Ehrlich gesagt schenke ich dem Ganzen keinerlei Beachtung. Ich muss mir nicht auf Teufel komm raus Respekt verdienen, der kommt mit der Zeit von ganz alleine.“

Die Bedenken bezüglich Edgars erfolgreicher Titelverteidigung gegen Maynard rühren vielleicht auch daher, dass Maynard ihm im April 2008 die erste und bislang einzige Niederlage seiner Karriere zugefügt hat. Edgars Kampfbilanz lautet momentan 13-Maynard. Ihr erstes Duell ging zwar über die volle Distanz von drei Runden, aber danach gab es keinen Zweifel an Maynards Sieg.

In ihrem ersten Kampf hatte Maynard im Stand, im Clinch und auf dem Boden die Kontrolle behalten. Einen großen Unterschied machte jedoch seine Physis aus. Maynard ist eines der größten und massigsten Leichtgewichte, während Edgar ohne Probleme im Federgewicht antreten könnte.

„Egal wo ich trainiere, ich bin immer der Kleinste auf der Matte“, sagt Edgar. „Deswegen bin ich es gewohnt, gegen kräftigere Kämpfer anzutreten. Seit dem ersten Kampf zwischen Gray und mir habe ich etwas an Gewicht zugelegt, aber er wird dennoch einen Gewichtsvorteil haben. Ich muss einfach meine Strategie gut umsetzen und dafür sorgen, dass meine Techniken alle sitzen.“

In den letzten zweieinhalb Jahren haben Maynard und Edgar ihre Vorliebe für das Boxen entdeckt. Maynard ist aufgrund seiner gesteigerten Schlagkraft stets auf der Suche nach dem Knockout, Edgar hingegen punktet seine Gegner aus, indem er sie mit schnellen Schlagkombinationen attackiert und ihren Kontern mit seiner leichtfüßigen Beinarbeit entgeht.

„Es ist immer besser, wenn man aus verschiedenen Winkeln angreift“, erklärt Edgar. „Das ist die intelligenteste Vorgehensweise beim Kampf im Stand. Es ist unsinnig, steif und bewegungslos vor dem Gegner zu stehen.“

Auf dem Papier ist Gray Maynard, ein dreifacher „All-American“ in der Division I der NCAA, der bessere Ringer. Seinen letzten Kampf gegen Kenny Florian, der ihm den Status des neuen Titelherausforderers einbrachte, gewann er durch Takedowns und Bodenkontrolle. Auch Edgar hat er in ihrem ersten Kampf auf diese Weise nicht zum Zug kommen lassen. Der Weltmeister macht sich darüber jedoch keine Gedanken mehr.

„Ich darf mich nicht darauf konzentrieren, was Gray tun wird“, sagt Edgar. „Wenn ich das tue, werde ich mich nicht verbessern. Ich konzentriere mich darauf, was ich tun werde. Ich habe großes Vertrauen in meine Fähigkeiten. Seine boxerischen Fähigkeiten haben sich seit dem letzten Mal ziemlich verbessert, er bewegt sich jetzt geschickter, aber seine ringerischen Fähigkeiten sind natürlich nach wie vor seine größte Stärke.“

Manche Sportler versuchen so kurz vor der Veranstaltung die Stimmung noch einmal aufzuheizen. Edgar nicht. Seine letzte Ansage vor UFC 125 ist genauso kurz wie prägnant: „Alles was ich jetzt noch zu sagen habe, ist, dass ich meinen Leichtgewichtstitel am 1. Januar verteidigen werde!“