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Der beste Champion aller Zeiten

Jon Jones steckt sich keine kleinen Ziele – der Senkrechtstarter will sehr hoch hinaus. Am 19. März hat er die Chance, Mauricio „Shogun“ Rua zu überflügeln und neuer Weltmeister im Halbschwergewicht zu werden.

Er ist 23 Jahre jung, Publikumsliebling, seine einzige Niederlage kam durch Disqualifikation zustande und am Samstag kämpft er in New Jersey um die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht. Jon Jones entwickelte sich innerhalb von zweieinhalb Jahren vom hoffnungsvollen Nachwuchstalent zu einem der besten Kämpfer in seiner Gewichtsklasse. Besiegt Jones den amtierenden Champion Mauricio „Shogun“ Rua, ist das für ihn jedoch nur der erste Schritt in Richtung eines noch viel größeren Vorhabens.

„Mein Ziel ist, der beste Champion zu sein, der jemals gelebt hat“, sagt Jones. „Ich will ein Anderson Silva mit hervorragendem Ringen sein. Ich will ein Georges St. Pierre mit hervorragendem Striking sein. Ich will in allem perfekt sein. Um eine Legende zu werden, muss man einige Legenden besiegen. Bei UFC 128 werde ich den Grundstein dafür legen.“

Eigentlich hätte Jones noch gar nicht um den Halbschwergewichtstitel kämpfen sollen. Sein Teamkollege Rashad Evans war der offizielle Herausforderer, doch er verletzte sich im Training. Nachdem Jones am 5. Februar bei UFC 126 gegen den unbesiegten Ryan Bader eine Glanzleistung zeigte, durfte er Evans ersetzen. Jones hatte nicht nur die Vorteile im Stand – er erwies sich auch als der bessere Ringer und zwang Bader in der zweiten Runde mit einem Würgegriff zur Aufgabe.

„Ich hatte mir als Strategie vorgenommen, von Beginn an seinen Willen zu brechen“, kommentiert Jones seinen letzten Kampf. „Ryan Baders ringerische Fähigkeiten sind sein Notausstieg, wenn sonst nichts anderes funktioniert. Vor dem Kampf hatte ich allen meinen Trainingspartnern angekündigt, ihn in der ersten Runde zu Boden zu bringen. Das würde ihn verunsichern. Vor der zweiten Runde wirkte Bader dann erschöpft und angestrengt, deswegen versuchte ich, möglichst locker und ausgeruht auszusehen. Anschließend hatte ich leichtes Spiel.“

Gegen Rua wird es deutlich schwerer, auf der Matte zu bestehen. Er hat einen schwarzen Gürtel im brasilianischen Jiu-Jitsu und ist auch sehr gut darin, nach einem Takedown blitzschnell wieder auf die Beine zu kommen. Am meisten wird der Brasilianer jedoch wegen seiner Fähigkeiten im Muay Thai gefürchtet – aber nicht von Jones.

„Shogun wurde schon öfters von Kämpfern zu Boden gebracht, die noch nie gerungen haben“, sagt Jones. „Ich werde definitiv versuchen, diese Schwäche auszunutzen. Aber ich denke, ich bin ihm auch im Stand ebenbürtig. Ich bin ihm auf dem Boden ebenbürtig. Ich bin ihm im Clinch ebenbürtig. Es ist ein MMA-Kampf und ich bin zuversichtlich, dass ich in allen Bereichen mithalten kann. Ich glaube an mich und ich glaube an meine Trainer.“

Dieses Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hat Jones binnen weniger Jahre zu einem der besten Kämpfer der Welt gemacht. Aber macht es ihn auch zu dem besten Champion aller Zeiten? Die Zukunft wird zeigen, ob Jones dieses Ziel verwirklichen kann oder ob Rua ihm am 19. März erst einmal eine erfrischende Dosis Realität verabreichen wird. Wenn es nach Jones geht, beginnt mit dem Titelkampf bei UFC 128 eine neue Ära in der Halbschwergewichtsklasse.

„Ich werde zu stark, zu hungrig, zu dynamisch und zu explosiv  sein“, kündigt er an. „Der Aufstieg von Jon Jones geht weiter. Das ist erst der Anfang!“