Skip to main content

Belfort hat noch nicht ausgeträumt

Im Hauptkampf von „UFC on FX 8“ in Brasilien begrüßt Vitor Belfort den Neuling Luke Rockhold in der UFC.

Kämpfer können sehr sensibel sein. Werden sie von einem ihrer Kollegen offen herausgefordert, fühlen sie sich häufig beleidigt oder persönlich angegriffen. Vitor Belfort sieht das nicht so eng. Der 36 Jahre alte Brasilianer findet es sogar gut, wenn sich aufstrebende Kämpfer mit einem Sieg über ihn einen Namen machen wollen – denn das bedeutet, dass er sich schon einen gemacht hat. So zögerte der ehemalige Weltmeister auch keine Sekunde, als die UFC den Wunsch von Luke Rockhold erfüllte und ihm für „UFC on FX 8“ in Brasilien den Hauptkampf gegen Belfort anbot.

„Ich habe den allergrößten Respekt vor Luke“, sagt Belfort. „Er wünschte sich einen Kampf gegen mich und er bekam diesen Wunsch erfüllt. Ich fordere keine Kämpfe, ich nehme sie an. Er verdient diesen Kampf. Ich mag seine Einstellung, sie ist positiv. Ich nehme die Herausforderung nicht persönlich. Das ist nur unser Job, und die Menschen finden es so interessanter, uns gegeneinander kämpfen zu sehen.“

Interessant ist dieses Aufeinandertreffen am 18. Mai auch, weil mit Luke Rockhold der letzte verbliebene Titelträger von Strikeforce im Octagon debütiert. Rockhold ist seit neun Kämpfen ungeschlagen und beherrschte in den letzten beiden Jahren die Mittelgewichtsklasse seiner Organisation.

„Luke ist ein großartiger Kämpfer, sehr vielseitig und talentiert“, sagt Belfort lobend. „Er trainiert in einem hervorragenden Team. Ich freue mich auf ihn, das wird eine tolle Herausforderung. Ich bin bestmöglich vorbereitet. Aber ich habe mich nicht nur auf Luke vorbereitet, sondern mich darauf konzentriert, als Kämpfer insgesamt zu wachsen. Das bin ich den Fans schuldig, meiner Familie und natürlich Gott, der mir all diese Talente geschenkt hat.“

Träume von der Weltmeisterschaft

Kämpfe in Brasilien sind für Belfort immer etwas Besonderes. In seinem Heimatland ist er noch ungeschlagen. Unvergessen sein Blitzsieg gegen Wanderlei Silva bei „UFC Brazil“. Im Januar 2012 zwang er Anthony Johnson in der ersten Runde zur Aufgabe, ein Jahr später schickte er Michael Bisping mit einem Tritt zum Kopf schlafen. Es ist aber nicht nur die Unterstützung der brasilianischen Fans, die ihn zu Höchstleistungen antreibt, sondern allein schon der Wille, ihnen einen Sieg zu schenken.

„Der Schlüssel liegt darin, wie ich diese Situation angehe“, sagt Belfort. „Ich gehe diese Situation mit der Mentalität eines Gewinners an, mit der Einstellung eines Gewinners, mit der Motivation eines Gewinners. Also werde ich gewinnen. Egal, was ich mache – ich gewinne, ich gewinne immer.“

Belfort hat im MMA-Sport alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Er gewann die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht, er gewann eines der frühen UFC-Turniere im Schwergewicht und er misst sich seit 1999 mit den besten Kämpfern der Welt im Octagon. Der Allerjüngste ist er mit 36 nicht mehr. Ein Rücktritt steht dennoch außer Frage, denn: Belfort hat noch nicht ausgeträumt.

„Ich habe immer einen Traum vor mir“, sagt Belfort. „Ohne einen Traum verliert man seinen Willen. Jetzt habe ich den Traum, meinen nächsten Kampf am 18. Mai zu gewinnen, denn das bringt mich einem größeren Traum näher: einem erneuten Kampf um die Weltmeisterschaft. Was morgen passiert, entscheidet sich von selbst – was heute passiert, das entscheiden wir alleine.“

Im Fall von Belfort gerne auch mit einem Tritt zum Kopf.